Tierwelt Islands

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Lundi – Papageientaucher (Puffin)

Die Tierwelt Islands in unmittelbarer Nähe zur Polarregion ist nicht sehr artenreich. In der Wildnis leben nur Vögel, Fische, Insekten, Robben, Polarfüchse – manchmal verirrt sich ein Eisbär, der auf einer Eisscholle von Grönland nach Island getrieben wurde.

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Islandpferde leben die meiste auf sich Zeit allein gestellt in der Wildnis

Die Isländer sind in erster Linie für Ihre Pferde bekannt. Das weltbekannte Islandpferd kam mit den ersten Siedlern nach Island. Seine Rasse hat sich aufgrund der abgeschiedenen Lage der Insel in den letzten 1.100 Jahren nicht verändert. Islandpferde gehören auf der Nordatlantikinsel ebenso zum Landschaftsbild, wie Wasserfälle, Fjorde oder aber auch die Schafe. Die Schafe stammen von einer alten nordischen Rasse ab, welche sich ebenfalls kaum verändert und lebt ähnlich wie die Pferde den Sommer auf sich alleingestellt auf den Weiden in den Bergen und im Hochland.

Siehe auch: Pferde am Polarkreis (mit Fotos von Islandpferden)

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Schwäne gibt es am Myvatn und an der Küste

Die Vielfalt der Vögel ist – im Gegensatz zu den anderen Tieren – enorm gross. Im Landesinneren finden wir den grossartigen Mývatn, der auch unter Ornithologen weltweit sehr bekannt ist. Hier findet man Enten und Schwäne. Aber auch z.B. Rotdrossel, Schneeammer, Kurzschnabelgans, Schneehuhn und Austernfischer. Eine wirtschaftliche Bedeutung hat die Eiderente.

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Der Tordalk ist ein Alkenvogel. Hier aufgenommen an den Klippen von Latrabjarg.

In den Küstenregionen leben unzählige Seevögel. Spannend ist, dass die bis zu mehreren hundert Metern hohen Steilklippen in ihrem „Aufbau“ auch nach Vogelarten unterschieden werden können: Im untersten Teil der Vogelfelsen brüten Alkenfögel (wie Gryllteisten). Etwas weiter oben findet man die Dreizehenmöve. Ein „Stock“ höher kommen dann Tordalk, Trottellumme und Eissturmvogel. Und ganz oben – auf den sanft geschwungen Grashängen über den Klippen begegnet man den Papageientaucher. Mit seinem bunten Schnabel und seinem tollpatschig wirkendem Auftreten ist er zu einer Art nationalem Wahrzeichen der Isländer geworden. Mit weit über 5 Million Paaren galt der Bestand der Papageitaucher in Island lange Zeit gesichert, obwohl ihm schon seit Urzeiten auch vom Menschen nachgestellt wird. Bei den Isländer gilt sein Fleisch als traditionelle Delikattesse und wird daher (mit entsprechender Umsicht) heute noch gejagt. In den vergangenen Jahren ist in Island eine dramatischer Rückgang der Papageitaucher-Population zu beobachten. Die Ursache ist bisher nicht endgültig geklärt. Möglicherweise liegt es an dem Rückgang der für die Vögel wichtigen kleinen Sandaale.

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Lundi (Papageientaucher), aufgenommen am Latrjabjarg

Ein Feind vieler Seevögel ist die Skua (Grosse Raubmöve). Sie ist jederzeit bereit einem anderen Vogel seine Beute abzujagen. Und nicht nur das – oft erbeutet sie den ganzen Vogel noch mit dazu.

Der Polarfuchs ist das einzige Landsäugetier Islands, das schon vor der Ankunft des Menschen dauerhaft hier lebte. Der Polarfuchs ist nicht gefährlich, auch wenn er in der Lage ist ein schwer krankes Schaf zu erlegen. Den Polarfuchs kann man auch in der Nähe von Vogelklippen beobachten.

An den Küsten und in den küstennahen Gewässern Islands treffen wir vielerorts auf Seehunde und Robben. Sie lassen sich auf flachen Sandbänken beobachten. Vorwiegend im Norden des Landes sind Ringelrobbe, Sattelrobbe und Kegelrobbe anzutreffen. Das Walross dagegen wird an den Küsten nicht mehr gesichtet, die letzte Beobachtung scheint im Jahr 1983 auf der Halbinsel Snæfellsnes gewesen zu sein.

Dafür trifft man In isländischen Gewässern häufig auf Wale und Delfine. Der bekannteste Ausgangspunkt für Walbeobachtungs-Touren ist Húsavík, aber auch von Keflavik, Reykjavik und Snæfellsnes aus starten Ausflugsboote in den Sommermonaten. Zu den am häufigsten beobachteten Meeressäugern gehört der Weissschnauzendelfin und der Minkwal (Zwergwal). Es werden aber gelegentlich auch Seiwale, Schweinswale, Schwertwale (Orcas), Pottwale, Buckelwale und Finnwale gesichtet. Sogar das größte Säugetier der Welt, der bis zu 35 Meter lange Blauwal, lässt sich mit etwas Glück beobachten.

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Orcas (Schwertwale) vor der Küste von Island

Der Walfang wird in Island weiterhin betrieben. Hier gibt es unterschiedliche Sicht auf die Dinge. Will man sich ein Urteil bilden, sollte man sich wirklich mit der Materie beschäftigen und auch mit Isländer darüber reden. Dabei nicht vergessen dürfen wir, dass auch wir geschützte Tiere in den Bergen jagen -wie z.B. Steinböcke oder Gemsen. In Island wird genauso mit Verstand und viel Wissen entschieden, was gejagt werden darf und was nicht. Auf der anderen Seite ist es sicherlich nicht verständlich, wenn geschützte Finnwale (rote Liste) gejagt werden um dann in Japan zu „verramschen“. Aber vielleicht arbeite ich meine Beobachtungen auf den Färöern und hier in Island zu einem eigenen Post einmal auf. Und bilde mir dann mein eigenes Urteil.

Das Leben im Meer vor Island ist aufgrund des Zusammentreffens eines Ausläufers des warmen Golfstroms und sauerstoffreicher, polarer Wassermassen sehr artenreich an Fischen und Schalentieren. Vor der isländischen Küste leben rund 150 Fischarten. Hierzu zählen beispielsweise Eishai, Heringshai, Lodde, Heilbutt, Kabeljau, Glattrochen, Seelachs, Rotbarsch und Schellfisch sowie Garnelen, Island-Muscheln, Kaiserhummer und Miesmuscheln. In den Binnengewässern ist die Vielfalt an Fischen nicht ganz so vielseitig. Die klaren Flüsse und Seen bieten Lebensraum für Aale, Forellen, Lachse, Stichlinge und Saiblinge.

Spezielle Beachtung sollte man dem Icelandic Arctic Char (Rotforelle) schenken, der hier in Aqua Farmen gezüchtet wird. Manchmal erhält man diesen feine Speisefischen in den lokalen Restaurants und Hotels.

Aufgrund seiner Lage im hohen Norden bietet Island nur für wenige Insekten einen Lebensraum. Am häufigsten treten Mücken auf, die in manchen Zeiten eine starke Belästigung für Mensch und Tier darstellt. Am Myvatn sind es nicht wirklich Mücken, sondern kleine Fliegen die einem dem Spass so richtig vertreiben können.

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Eisbären verirren sich sehr selten nach Island – daher sieht man diese eher als Trophäen.

Eisbären kommen selten zu Besuch auf Island. Aufgrund ungeeigneter Jagdmöglichkeiten können Eisbären in Island nicht überleben. Natürlich ist es für uns Kontinental-Europäer schwierig zu verstehen, warum man die Eisbären hier sofort abschiesst. Aber bei genauerem hinsehen versteht man die Isländer schnell. Die Eisbären driften mit einer Eisscholle von Grönland ab, irgendwann ist die Eisscholle geschmolzen und der Bär muss einen langen Rest der Strecke zum rettenden Island schwimmen. Da die Tiere nach der langen Zeit auf dem Meer sehr hungrig und dadurch aggressiv werden, ist bei Eintreffen eines Eisbären auf Island höchste Vorsicht geboten. In der Regel werden die vom Aussterben bedrohten Tiere daher sofort abgeschossen, da sie eine zu große Gefahr für den Menschen darstellen.

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Rentiere kann man im Osten von Island beobachten, aber es braucht etwas Glück eine Herde zu finden.

1771 wurden 13 Rentiere aus Norwegen eingeführt und in Ostisland angesiedelt. Heute leben etwa 3.000 Tiere dieser Art im Osten Islands. Sie haben jedoch nie die gewünschte wirtschaftliche Bedeutung erlangt, wie sie beispielsweise den Schafen zufällt.

Alle Bilder wurden von mir auf meinen Reisen in den letzten Jahren geschossen. 

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