Gefährliche Wanderstöcke?

(Refresh 8.6.2016)

Der anerkannte Bergretter Markus Hölzl (Bergrettung Südtirol) schreckte im Jahr 2014 mit einer Reihe von Artikeln über die gefährlichen Wanderstöcke uns Wanderer auf.

Er führt dabei auf, dass seit dem Stock-Boom bei den Wanderern vermehrt Unfälle zu verzeichnen sind, die auf den falschen Einsatz der Stöcke zurückzuführen sind. Vor allem stolpern die Wanderer im schwierigen Gelände über ihre eigene Stöcke und stürzen dann (ab). Auch jemanden mit den Stöcken aus einer kritischen Lage hochzuziehen, ist keine gute Idee. Die Stöcke halten das Gewicht nicht aus und die Folgen können – wie Markus Hölzl in einem Fall aufzeigt – fatal sein. Aber was ist wirklich an der Sache dran, setzen wir Wanderer die Stöcke wirklich so falsch ein?

6290648_m
Gefährliche Wanderstöcke? (Stockfoto http://www.123rf.com)

Neben der Gefährlichkeit von Wander-Stöcken ist Markus Hölzl zudem der Meinung, dass Wanderer aufgrund der Wanderstöcke, den Gleichgewichtssinn schwächen.

Als der Boom aufkam, waren für mich die Wanderstöcke nach meiner Schulteroperation ein Segen. So konnte ich bei meinen Wanderungen auch gleichzeitig meine Schultermuskulatur in Bewegung halten und etwas trainieren. Bald hatte ich aber auch die Erkenntnis, dass mit die Stöcke beim Fotografieren immer im Weg waren.

Meine persönliche Erfahrung ist inzwischen, dass man die Wanderstöcke nicht immer benutzen, sondern tatsächlich sehr gezielt einsetzen sollte.

Es gibt viele Tipps, wie man die Wanderstöcke richtig einsetzen kann. Allerdings kann ich nicht allen Empfehlungen uneingeschränkt folgen. Der wichtigste Grundsatz ist, dass in einem absturzgefährdeten Gelände die Stöcke an den Rucksack gehören. Die Hände müssen unbedingt frei sein, so dass man sich bei einem Fehler noch festhalten kann.

13667717_l
Wanderstöcke richtig eingesetzt sind unproblematisch. (Stockfoto http://www.123rf.com)

Ich glaube sonst kann man die Stöcke individuell so einsetzen, wie es für einem passt. Für mich hat sich folgende Verwendung etwas „eingebürgert“:

  • Ich nutze die Stöcke nicht mehr auf schmalen Pfaden, sondern nur noch auf breiteren Wegen
  • Bin ich im „Fotografier-Modus“ dann sind die Stöcke hinten am Rucksack. Es ist mir tatsächlich passiert, dass ich beim Fotografieren über meine Stöcke gestolpert bin oder diese dann sogar stehen lassen habe.
  • Stöcke gehören in absturzgefährdetem Felsgelände an den Rucksack, nicht an die Handgelenke.
  • Auf ebenen Wegen nutze ich die Stöcke gerne im Sinne eines „Nordic Walking“ – dies ist umstritten, Berg-Fachleute weisen daraufhin, dass man so den Gleichgewichtssinn verliert.
  • Bergauf nutze ich die Stöcke gerne, beim Abstieg habe ich diese inzwischen vielfach hinten am Rucksack.

Bei all diesen Tipps muss man natürlich beachten, was für ein Typ von Wanderer oder Berggänger man ist. Nicht zu vergessen ist, dass Tipps der Fachleute meistens von sehr professionellen „Gipfelstürmern“, die sicher auch schon mal im Himalaya unterwegs waren, kommen.

Aber alle sind sich vermutlich einig, dass man mit den Stöcken nicht auf dem Sessellift hängenbleiben, mit den Stöcken keine (Mutter-) kühe vertreiben und schon gar nicht talwärtsfahrenden Mountain Biker in die Speichen stossen sollte!

One thought on “Gefährliche Wanderstöcke?

Kommentare sind geschlossen.