Buchtipp: «In Küstennähe» von Joachim B. Schmidt

So langsam will ich mich auf meine diesjährige Reise nach Island (meine „Expedition“ Polarlicht) einstimmen. Ich liebe die isländische Literatur, die ja tolle Krimiautoren hervorgebracht hat.

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Meine Frau hat mit dem Buch «In Küstennähe» ein richtiges „isländisches“ Juwel aufgestöbert. Geschrieben von einem Bündner, der in Island lebt. Joachim B. Schmidt erzählt eine spannende Geschichte aus den Westfjorden. Die Abgeschiedenheit der Westfjorden – selbst in Island weit weg von allem – ist sein toller Rahmen für diese Geschichte basierend auf Gerüchten und Erzählungen. Lárus – die Hauptperson in seinem Roman – ist in der Gegend von Isarfjördur in den Westfjorden aufgewachsen. Der Enge der isländischen Westfjorde möchte er entfliehen, er träumt von wärmeren Gefilden. Die Gegenwart ist trist, die Arbeit im Altersheim mit seinem pedantischen deutschen Vorgesetzten ödet ihn an, die Wochenenden verbringt er meist saufend oder mit Computergames. Er gibt sich cool, hält seine Eltern und eine junge Arbeitskollegin auf Distanz und verdient nebenbei ziemlich viel Geld, indem er seine «Stammkunden» mit Ecstasy oder Haschisch versorgt.

Im Altersheim bringt Lárus ein defekter Heizkörper mit Grímur zusammen, der wortkarg auf seinen Tod zu warten scheint und den alle nur den «Schlächter» nennen. Lárus fühlt sich zu diesem Mann hingezogen, dem er als Kind zusammen mit seiner Clique einige üble Streiche gespielt hat. Er will das Geheimnis des «Schlächters» lüften und hält ihm vor, dass man mit sich ins Reine kommen müsse, «bevor man die Kurve kratzt».

Das Buch ist spannend, gibt einen Blick in die isländische Kultur. Lesenswert!

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