Von Fehler und Erfahrungen eines Bloggers

Es gibt negative Seiten des Bloggens, welche ich selber spüren musste. Mit dem Blog „Arosa1800Blog“ hatte ich soviel Erfolg, dass ich mich immer mehr verpflichtet gefühlt habe, für diesen Blog zu produzieren. Mein Fehler war zudem, dass ich diesen vorallem am Schluss  falsch, d.h. zu „professionell“  als aktuellen News-Blog positioniert habe. Dies zog Kommentare von Neider, Hasser und Trollen an, auf die ich mit zuviel Kraft eingegangen bin. Dabei verlor ich die Naivität, die Kreativität und schlussendlich auch die Freude.

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Aber jetzt kommt der Vorteil eines Bloggers – er kann auch einfach die Reissleine ziehen, auch wenn sich die Leserschaft gerade verdoppelt hat. Ich habe zwar viele Leser enttäuscht und musste mich einer Flut von E-Mails stellen, die aber alle schlussendlich viel Verständnis für meinen Entscheid entgegenbrachten. Und der eine oder andere schaut sicher heute wieder bei B&B vorbei, wo ja Arosa immer ein Thema ist.Unbenannt

Gleichzeitig hatte ich für den ortsansässigen Eishockey-Club, der in einer tiefen Krisen steckte, den Bereich Kommunikation übernommen. Zentral in meiner Kommunikationsstrategie war auch hier ein Blog, welcher direkt oder über Homepage, Twitter, Facebook, usw. schnelle Informationen zu den Fans und den verschiedenen Anspruchsgruppen bringen musste. Der Blog war von der Aufgabenerfüllung und Seitenaufrufen ein voller Erfolg. Inhaltlich konnte dieser aber nie meinen Ansprüchen gerecht werden. Meine Ideen wurden durch die harte und schnelle Sportwelt ganz einfach kalt gestellt. Dagegen sah ich mich konfrontiert mit einem richtigen Shitstorm der Fans, einer Mannschaft die rekordverdächtig jedes Spiel verlor, ein von der Presse angegriffener Vorstand, mehrere Vorstände die ihren Rücktritt gegeben hatten, unzufriedenen Sponsoren, ein Gönnerclub der sich nach und nach auflöste. Hier die Kommunikation aufzubauen und mittels einem Blog als „Waffe“ den Anforderung zu stellen, war eine ganz tolle Erfahrung. Den Shitstorm konnte ich entgegnen, viele Fans haben dadurch das Vertrauen in den Verein wieder gefunden. Dem Präsidenten konnte ich damit für die schwierige Zeit den Rücken stärken, er hatte eine Kommunikationskanal wo er sich direkt zu allen Anspruchsgruppen des Vereins äussern konnte. Und ich lernte wie man dauernd negative Informationen sachlich rüber bringt. Auch die Presse merkte, dass wir über den Blog die Möglichkeit hatten sie „kalt“ zu stellen und Informationen selber verteilen. Daher wurden diese wieder kooperativer.

Heute habe ich diesen Blog dem neuen Geschäftsführer übergeben, der ein absoluter Profi in der Schweizer Medienwelt ist. Umso mehr freut es mich, dass der Hockey Blog von ihm in einer ganz tollen Art und Weise einfach weitergeführt wird. Und viel wichtiger: Die Mannschaft ist zwar abgestiegen, konnte aber Dank eines Entscheides am grünen Tisch in der 1. Liga verbleiben und hat soeben ein richtige Siegesserie hingelegt. Gerne hätte ich dies als Verantwortlicher Kommunikation miterlebt. Warum dies so ist, erzähle ich ein anderes Mal. Was bleibt, ist die Erfahrung, dass ein Blog richtig eingesetzt, wirklich Berge versetzen kann.

„Ein Blog-Strategie ist unerlässlich. Aber Plane Dich nicht zu Tode und stirb nicht an Perfektionismus. Sebastian Riehle, Socialmedia-Doktor.de“

Im letzten Post (am 1.11.2015)  in dieser Serie einfach noch ein paar Gedanken zum Zeitgeist des Bloggens, warum mir das Bloggen mit „Beers and Beans“ wieder Freude macht sowie die Vorstellung meines neuen Blog-Logos.

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Alle Posts zu dieser Serie findest Du nach dem Erscheinen unter diesem Link: Warum ein Blog?