Winter-Wanderung auf den Vulkan Hverfjall

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Im Hintergrund der grosse Krater des Hverfjall, im Vordergrund der Myvatn.

 

Eines der schönsten Gebiete ist zweifellos der Myvatn – der bekannte Mückensee. Dieser einmalige See gehört zum Krafla-Vulkansystem und liegt im Nordosten Islands.

Es gibt hier unzählige Natur-Sehenswürdigkeiten und daher ist dieses Gebiet in der Hauptsaison stark besucht. Aufgrund der vielen Sehenswürdigkeit vergessen die Touristen vielfach, wie wunderschön der See ist. Im Sommer allerdings hat dies ein Grund, warum der See gemieden wird – Menschen und Tiere werden von tausenden kleinen Fliegen (es sind keine Mücken) attackiert und gerade bei schönem Wetter hat man keine Chance den Viechern zu entkommen. Erst nach Sonnenuntergang ist die Plage vorbei – bis zum nächsten Morgen. Regen lässt die Fliegen auch verschwinden. Oder man ist wie wir im Oktober unterwegs – dann hat es zum ersten Mal geschneit und der See ist bereits am zufrieren.

Wenn ich am Myvatn bin ist zu jeder Jahreszeit die Wanderung auf Hverfjall auf dem Programm. Einerseits natürlich weil dieser Vulkan etwas besonderes ist (es gibt nur wenige davon, wie z.B. in Hawaii), andererseits weil man von hier oben den schönsten Blick auf den Myvatn und die ganze gewaltige Vulkan-Landschaft hat.

Der Ringwall des Hverfjall kann man auf zwei markierten Wanderwegen besteigen und von dort am Kraterrand umrunden.

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Eine Bitte noch, die markierten Wege nicht verlassen. Was vielleicht einfach als grosser Kieshaufen aussieht sind empfindliche geologische Tuff-Formationen, welche in wenigen Sekunden entstanden sind. Man würde dies für immer zerstören. Leider finden es einige Touristen spannend einfach querfeldein runter in den Krater zu laufen – die Isländer haben leider noch nicht begriffen, dass hier Ranger aufpassen sollten um fehlbare Besucher in die Schranken zu weisen. Einige (wenige) Touristen haben einfach keinen Respekt vor solchen geologischen Wundern. Wie gesagt, für diese ist es ein gigantischer Kieshaufen …

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Der Hverfjalll ist ein Tuffring und bildete sich vor etwa 2500 Jahren in gewaltigen Wasserdampfexplosionen, die ausgelöst wurden, als das heisse Magma auf das Grundwasser stieß. Die Lava am Hverfjall ist durch Wasserdampf glasig erstarrt. Am Rande einer mächtigen Wasserdampfsäule, in der nichts absinken konnte, rieselte vulkanisches Lockermaterial herab, das diesen Ring von 1 km Durchmesser und 90-150 m Höhe bildete. Viele der unzähligen Lagen entstanden durch pyroklastische Ströme.

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Auf der Erde existieren nur wenige Krater dieses Typs. Der etwas kleinere Lúdent liegt etwa 4 km südöstlich des Hverfjall. Andere Beispiele sind der Diamond Head und der Koko Head auf Hawaii oder einige Exemplare im Fort Rock Basin in Oregon, USA

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Blick auf die Pseudokrater im Myvatn
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Der Pfad führt weiter rund um den Kraterrand
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Blick in die schneebedeckten Vulkane
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Myvatn

Vielen Dank an Hans Bärtsch, Wirtschaftsredaktor bei der Südostschweiz für den Tweet/RT:

Hans Bärtsch, Wirtschaftsredaktor bei der Südostschweiz
7.3.2016

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Verfasst von

Michael’s Beers & Beans – Stories and Photos posted by Michael Schneider – ideas brewed with water of the Rhine. (Blogging for Fun / Non-Commercial) Zurich & Lake Constance

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