Tipps für einen guten Einstieg zu Twitter

TwitterLogo_#55aceeGerne nutze ich meinen Blog um zu lernen, wie man sich im Web bewegen kann. Irgendwann suchte ich auch den Einstieg in die sozialen Netzwerke, welcher mir dann über Google+ auch ganz gut gelungen ist. Aber ich merkte bald, dass dies nicht so mein Ding ist. So stiess ich dann auf den Kurznachrichtendienst Twitter, der zu mir als Blogger eigentlich viel besser passt. Nun habe ich doch schon ein Jahr Erfahrung mit Twitter und möchte diese an Neu-Einsteiger weitergeben.

Foto 15.02.16, 17 05 59

Wozu soll ich Twitter nutzen?

Als “Kurznachrichtendienst” kannst Du Dich bei Twitter über aktuelle Ereignisse auf dem Laufenden halten. Wenn irgendwo die Erde schüttelt, Wahlergebnisse feststehen oder bedeutende Menschen etwas tun, erreichen Dich diese Information am schnellsten per Twitter. Aber viel wichtiger ist, dass Du Dir Informationskanäle zu sehr spezifischen Themen, die Dich interessieren, aufbauen kannst und hier dann immer sehr aktuell auf dem laufenden bleibst.

Natürlich kannst Du Dich auch mit Leuten aus Deinem Freundes- und Verwandtenkreis via Twitter austauschen –  ähnlich wie bei Facebook. Aber dies kann Facebook als soziales Netzwerk natürlich besser. Wenn man Twitter dafür benutzt, darf man nicht vergessen, dass man dafür eine „Micro-Blogging“-Plattform benutzt.

Daher würde ich  grundsätzlich Twitter benutzen, um  Informationen von anderen Menschen zu lesen, die Du persönlich gar nicht kennst. Und um selber spannende Informationen über ein Thema, bei dem Du ein „Experte“ bist, in Welt hinaus zu verteilen.

Welche Gefahren drohen bei Twitter?

Wie immer wen man im Web unterwegs ist, muss man sich im klaren sein, dass alles was man postet oder wie man sich im Web bewegt öffentlich ist und Spuren hinterlässt. Bei Twitter ist alles öffentlich, denn wer Dein Account anklickt, sieht einfach (fast) alles: Was Du getwittert hast, wem Du folgst, wer Dir folgt, was Du likest (Herzli), usw.

Twitter hat ein  ziemlich hohes Suchtpotenzial. Einerseits zielt alles auf unsere Neugier ab, andererseits mit dem System des Folgens und Favorisierens generiert Twitter ein Anerkennungs- und Belohnungssystem, das einen auch vereinnahmen kann. Wenn Du frisch bei Twitter bist, pass etwas auf, dass Du Dich nicht zu sehr von diesem System vereinnahmen lässt – zeitlich und mental! Wenn Twitter aufhört, einfach nur Spass zu machen, stimmt etwas nicht mehr.

Eine Gefahr ist auch die Reduzierung auf nur 140 Zeichen – genau das was eigentlich Spass macht. Aber für komplexere Themen ist Twitter das falsche Mittel. Abhilfe schafft hier die Möglichkeit, dass man verlinken kann, wenn man bei einem Thema ausholen möchte.

Allerdings sind die 140 Zeichen vielleicht bald Geschichte – Twitter plant für die Zukunft, dass rund 10’000 Zeichen pro Tweet möglich sein werden. Dies wird Twitter von einem Micro-Blog in ein Art Blog-System verändern. Die Funktionalitäten wie unten beschrieben werden aber die gleichen bleiben.

Womit verdient Twitter eigentlich Geld?

Hin und wieder wirst Du Tweets in Deiner Timeline finden, von Accounts, denen Du gar nicht folgst. Hier handelt es sich um gesponserte Tweets, diese sind aber auch entsprechend so markiert.

Wem soll ich folgen?

Wem Du willst. Finde  heraus, was Dir zusagt, wer Dir zusagt.

Nachrichten / Informationen
Alle grossen (CH-) Zeitungen und Magazine haben auch einen Twitteraccount, finde ich gut zum starten. Man kann sich so seinen eigenen News-Kanal aufbauen. Leider twittern diese zum Teil etwas übereifrig, kann für einen Beginner fast etwas zu viel an Informationen sein. Hier allenfalls die News-Accounts von Anfang an in eine Liste packen, dann hat man diese gar nicht auf der TimeLine. Zu den Listen komme ich noch.

persönliches Umfeld
Würde ich nicht aus meinen E-Mail Kontakten (wie es Twitter vorschlägt), sondern langsam über Suchbegriffe aufbauen. Ein Suchbegriff kann der Wohnort sein, darüber kann man herausfinden, wer twittert denn da so um herum und bei Interessen diesen folgen.

Promis
Zum Starten eine coole Sache, hier kann man sich mal ein paar Promis raussuchen und den folgen. So findet man heraus, was da so und vorallem wie so gezwitschert wird.

Twitterer
Und irgendwann sucht man sich seine Perlen und baut sich so seine TimeLine auf.

Wie ist das mit dem Entfolgen?

Du bist jemandem gefolgt, der sich als langweilig oder sogar unangenehm entpuppt hat? Dann entfolge! Der Entfolgte erhält standardmässig keine Information von Twitter. Natürlich gibt es Webtools, die Unfollows kenntlich machen. Aber auch Entfolgen gehört zu Twitter. Also daher nicht zögern.

Was ist zurückfolgen?

Also ich gehöre zu den „Quid pro Quo“ – als wer mir folgt, dem folg ich in der Regel auch. Andere halten dies für Unfug. Da aber meine Tweets meistens mit meinem Blog thematisch direkt oder indirekt zusammenhängt, interessiere ich mich sehr für diese Twitterer, die mir folgen. Zuerst schaue ich mir das Profil an und folge diesen dann meistens zurück. Nun kann ich aber nicht alles lesen und „verarbeiten“. Daher nehme ich die Twitterer, die mich von der Qualität und der Frequenz überzeugen, auf eine eigene Liste – man muss bei der Masse von Tweets einfach selektionieren.

Aber dies kann man wirklich so handhaben wie man es will.

Twitter soll für Dich ein Informationkanal sein – also ein Kanal wo Du an Informationen ran kommst, aber auch Informationen verteilst. Und wenn Du interessante Informationen verteilst, kommen die Follower nach einer gewissen Zeit von alleine. Auch hier zählt alleine der Content!

Wie vielen Accounts soll ich folgen?

Twitter soll Spass machen und Dir einen Mehrwert bringen. Daher würde ich die max. Anzahl bei 100 Follwern sehen. Wobei hier ist es wichtig, dass man eine gesunde Mischung hat, damit es spannend bleibt. Mehr macht keinen Sinn, weil es einfach zu viel ist.

Auch wenn ich inzwischen über 900 Twitterern folge, beobachte ich und lese ich eigentlich nur 90 Twitterer, diese sind dann noch aufgeteilt in drei Listen.

Was sind Listen?

In Listen kannst Du Accounts zusammenfassen. Das ist sehr praktisch zum Sortieren und Filtern, wenn es in der Timeline zu unübersichtlich wird. Und das passiert schnell. Du kannst die Listen ganz frei nach Typus oder Thema einrichten. Meine Empfehlung ist es, dass man die Listen beim Einrichten als “privat” markiert, sonst kann jeder Nutzer sehen, welche Accounts Du unter welchem Stichwort zusammenfasst.

Ich nehme übrigens auch auf Listen Accounts auf, denen ich gar nicht folge. Gerade bei News oder Promi-Accounts ist das praktisch, dann hat man diese nicht auf der Timeline und kann diese lesen, wenn man Zeit und Lust hat.

Was sind Zweitaccounts?

Du kannst bei Twitter beliebig viele Accounts einrichten, brauchst aber für jeden Account eine separate E-Mail Adresse. Kann sinnvoll sein, wenn man sich auf verschiedene Themen konzentrieren will, diese nicht in einem Account vermischen möchte. Oder Privat und Geschäft.

Was soll ich favorisieren resp. liken?

Heute gibt es ja kein Sternli mehr, sondern ein Herzli. Ursprünglich einmal war das Favorisieren gedacht, dass man einen Tweet, der einem interessiert, später wieder findet. Heute zeigt man einfach damit an, dass einem einen Tweet gut gefällt.

Sei am Anfang nicht zu sparsam, bleib einfach ehrlich und verteile Herzli für die Tweets die Dir wirklich sehr gut gefallen.

Twitter könnte man auch als eine Art Gesellschaftsspiel begreifen, dann dreht sich alles um Herzchen, Retweets und das Folgen. Es geht den Viel- und Intensivtwitterern darum, mit pointierten und beliebten Tweets von allem möglichst reichlich zu bekommen.

Das Favorisieren eigener Tweets gilt übrigens eher als unfein.

Allerdings können Tweets auch ohne Herzli/Retweets viele Menschen erreichen. Klicke auf das Statistik-Symbol eines Deiner Tweets und Du wirst erstaunt sein wieviel Impressionen so ein Tweet erreicht. Über Reichweiten und statistische Auswertungen berichte ich einmal später.

Was soll ich retweeten?

Wenn Du einen Tweet, den Du irgendwo siehst,  re-tweetest, bekommen all Deine Follower diesen in der Timeline zu sehen. Retweets sind der Kern von Twitter. So können sich Nachrichten in Windeseile verbreiten, dass funktioniert nur wenn Tweets re-tweeted werden. Auch auf neue Accounts wird man in der Regel erst aufmerksam, wenn ein Follower diese in die eigene Timeline re-tweetet.

Retweets sind immer ein Gradwanderung. Retweetet man nur sehr selten oder gar nicht, gilt man schnell verschlossen,  Retweetet man zuviel, nervt man seine Follower, weil man diesen dann die Timeline „vollmüllt“. Hier muss man selber herausfinden, was richtig ist. Aber es gilt sicher Qualität vor Quantität.

Es gilt übrigens als freundliche Geste, Tweets, die man retweetet, auch ein „Herzli“ zu geben.

Wie geht das mit Direktnachrichten?

Jedem, der Dir  folgt, kannst Du auch eine Direktnachricht (Direct message, DM) senden. Du findest ein Briefumschlagsymbol unter “Account”. Die Direktnachricht bekommt dann wirklich nur der Adressat zu sehen (auf 140 Zeichen begrenzt).

Gibt es ein Entwurfordner?

Es gibt einen, allerdings je nach App oder Oberfläche ziemlich versteckt. Am besten einen Test-Tweet erstellen, diesen dann abbrechen und als Entwurf speichern. Somit müsste dann irgendwo der Entwurf-Ordner erscheinen.

Kann man Tweets nach dem Abschicken verändern oder löschen?

Ist einmal ein Tweet versendet, kann man diesen nicht mehr korrigieren. Und er ist auch draussen in der Welt. Löschen lässt sich ein Tweet, aber dieser verschwindet nicht überall. Wenn dieser Tweet z.B. schon kräftig retweetet worden ist, dann ist er irgendwo draussen noch zu finden, auch wenn dieser bei Dir weg resp. gelöscht ist.

Was ist #ff?

Es gibt bei Twitter den Brauch des “Follower Friday”: Immer freitags empfehlen Twitter ihrer Timeline andere Twitterer zum Folgen und setzen hinter ihre Empfehlungen ein #ff. Dieser schöne Brauch (speziell wenn “Grosse” einen “Kleinen” empfehlen) hat schon manche Twitterkarriere befördert.

Was ist ein Block?

Das Gegenteil von Folgen ist Blocken. Es ist die Twitter-Entsprechung von “Mit dir will ich nichts zu tun haben.”  Wen Du einen anderen Account blockt, musst Du dessen Tweets nicht mehr in der eigenen Timeline lesen und Du untersagst dem anderen, Dir zu folgen, ihn zu favorisieren oder zu retweeten. Der „Geblockte“ wird darüber nicht informiert, er wird es erst merken, wenn er ein Tweet z.B. re-tweeten will und von Twitter eine Fehlermeldung erhält. Auch diese Funktion verwende ich öfters, vorallem für Sachen die nicht so in mein „Weltbild“ passen.

Was ist Tweetdeck? Und Buffer?

Tweetdeck ist eine Desktop-Software. Ich nutze diese, da ich mir in der Zwischenzeit angewohnt habe nur  1 – 2x pro Tag auf Twitter zu gehen. Dafür eignet sich Tweetdeck perfekt, so kann ich fokussiert meinen Account pflegen und die für mich interessanten News lesen.

Die Gratis-Anwendung TweetDeck bringt Twitter nicht nur auf den Desktop, sondern bringt  zudem noch Ordnung ins Chaos: Tweets, Listen und User können sortiert, in Gruppen eingeteilt und bequem durchsucht werden. Das ganze funktioniert in Echtzeit, ohne dass Du das Programm von Hand aktualisieren musst.

Ein weiterer Vorteil ist, dass ich Tweets verfassen und diese terminieren kann. So kann ich auf Twitter präsent bleiben, obwohl ich gar nicht online bin. Ich nutze dies gerne, so kann ich immer wieder auf einen neuen oder auch alten Post in meinem Blog hinweisen. Oder ein Tweet veröffentlichen, wenns zeitlich besser passt. Zum Beispiel punktgenau auf einen Termin einer Veranstaltung hinweisen.

TweetDeck kommt dabei in einer mehrspaltigen Ansicht und bringt wirklich eine Übersicht, die Spass macht.

Auch Buffer ist ein Online-Tool, welches ich gerne auf dem IPad verwende. In Buffer erstelle ich Tweets die ich dann verzögert über einen Zeitplan versenden lasse. So kann ich auf Twitter präsent bleiben, ein Art Grundrauschen erzeugen ohne persönlich selbst online zu sein. Auch Retweets lassen sich so terminieren.

Und sonst? 

Für einen erfolgreichen Start sollte dies reichen – es gibt natürlich noch viel mehr und sicher habe ich auch etwas vergessen.

Zum Schluss empfehle ich Dir noch das Interview mit der erfolgreichen Twitterin @leagrossmann aus der Schweiz:

Lenzburger Einwohnerrätin ist die Aargauer Twitterkönigin

 

Und jetzt einfach viel Spass beim twittern!