Jeeptour zum Mt. Mælifell , Iceland

Mt. Mælifell Sandur Iceland
Ziel der Jeep-Tour war der Mt. Mælifell , ein grüner Berg inmitten eines Sandurs.

Da standen wir mit unseren Geländewagen im strömenden Regen am Ufer eines unüberwindbaren Flusses. Damit wir unsere Route zum Mt. Mælifell fortsetzen können, sollten wir hier durch den Fluss Holmsá furten! Ein kurzer Versuch da reinzufahren hatte sofort gezeigt – viel zu tief! Wir mussten umkehren ….

Refresh 8.6.2016

Askja Iceland
Auf unserer Reise im Jahr 2005 hatten wir wenig Wetter-Glück. Bereits auf der Tour zur Askja ging wegen des „Sommer-Schnees“ nichts mehr und wir mussten abbrechen. Auch die erste grosse Furt durch den Fluss Holmsá auf der Route zum Mt. Mælifell war wegen den starken Regenfällen unüberwindbar.

In Island gab es für mich immer wieder Situationen im Hochland, dass wir eine Jeep-Tour abbrechen musste. So auch diese zum Tour zum Mt. Mælifell. Einige Jahre später starteten wir erneut zu dieser Tour. Diesmal war es August und wir hatten schönstes Wetter. Zudem hatte es einige Tage nicht mehr geregnet.

Diesmal gelang es! Die Tour war auch bei diesen Konditionen für „Mensch und Maschine“ hart und sehr anspruchsvoll. Aber alle Flüsse hatten wenig Wasser, so dass wir überall problemlos durchkamen. Auch die berüchtigte Furt durch den Fluss Holmsá.

Mt. Mælifell Iceland
An dieser Furt mussten wir vor 7 Jahren kapitulieren – kein Durchkommen. Dort wo wir heute stehen, war damals ein reissender, breiter Fluss. Diese Furt durch die Holmsá ist berüchtigt – hier haben schon einige ihre Fahrzeuge versenkt.

Das Ziel und das Highlight der Tour war der Mt. Mælifell sowie der Mælifellsandur – eine grosse Sand-Ebene nördlich des Mýrdalsjökull-Gletschers. Diese Ebene liegt etwas 600 müM, ist flach und öde. Im Frühsommer – während der Schneeschmelze – sind grosse Teile dieser Ebene unter Wasser. Dann ist hier für die Geländewagen-Fahrer eine ganz schwierige Situation und höchste Konzentration gefordert. Die Route führt dann über Quicksand –  ein gefährliches Sand-Wasser-Gemisch. Man muss dann mit Schwung darüber und darf an diesen Stellen nicht stehen bleiben, da sonst der Wagen einsinkt. Daran denken – Hilfe ist weit weg!

Expeditionen, welche im Winter früher hierherführten standen übrigens nicht immer unter einem guten Stern – so starben im Jahr 1868 bei einer Expedition vier Männer.

Maelifellsandur Iceland
Fast ausgetrocknet, wenig Wind! Ideale Bedingungen für die Durchquerung des Mælifellsandur. Eigentlich fährt man auf dem ausgetrockneten Grund eines Sees.

Unsere Route führte uns von Kirkjubæjarklaustur über verschiedene Bergstrassen (F232, F210, F26, F249) zum  Mælifell–Sandur, dann in Richtung Ejafjalljökull und so schlussendlich durch das Markarfljót-Tal zurück auf die Ringstrasse. Diese Route ist eine sehr lange und anstrengende Tour! Fahrerwechsel empfohlen.

Auf der ganzen Tour begegneten wir zudem gerade nur einem anderen Geländewagen.

Es war einer der schönsten und spannendsten Hochlandtouren – viele Worte braucht es hier nicht mehr, die nachfolgenden Bilder sprechen für sich.

Kirkjubæjarklaustur
Start der Tour war Kirkjubæjarklaustur – dann lag zuerst einmal eine lange und ruppige Bergstrasse vor uns.
Axlarfoss Iceland
Auf der Bergstrasse F 210 ca. bei Kilometer 23 kommt ein Abzweig zum Axlarfoss. Ein kurzer Abstecher – der unseren Geländewagen schon wieder fordert. Aber es hat sich gelohnt. Ein schöner Wasserfall mit Basaltformationen. Und im Hintergrund sehen wir zum ersten Mal unser Ziel – die Spitze vom Mælifell.
Maelifell (1 von 1)
Die Holmsá führte wenig Wasser – aber unser Geländewagen verlor kurz den Bodenkontakt . Zudem war der Untergrund ganz schön „weich“. Auf jedenfall volle Konzentration beim Fahrer und Stille bei den Mitfahrern.
Maelifell (1 von 1)-7
Auf dem Sandur
Mælifellsandur Iceland
Unser Ziel – der Mt. Mælifell kommt immer Näher.
Maelifell (1 von 1)-11
Ziel erreicht – leider hatten wir die Tour zeitlich falsch eingeschätzt, daher entschieden wir auf den Aufstieg zu verzichten.
Mælifell Iceland
Der Mt. Mælifell!
Mælifell Iceland
Kurz nach dem Mt. Mælifell kommt eine Furt – wenig Wasser, etwas „holprig“.
Maelifell (1 von 1)-13
Weiter über den Sandur – mit Blick auf die Rigolithberge.
Maelifell (1 von 1)-14
On Track …
Maelifell (1 von 1)-18
Pause vor dem Mýrdals-Gletscher
Maelifell (1 von 1)-15
Ein etwas seltsamer Weg – glatte Platten, fast wie auf einer normalen Strasse.
Maelifell (1 von 1)-19
Keine künstliche Strasse – Natur pur für den Geländewagen!
Maelifell (1 von 1)-20
Ein Wegweiser – Juhuii wir sind richtig unterwegs. (Brücke im Hintergrund ist für Wanderer)
Maelifell (1 von 1)-21
Davon blieben wir verschont …
Jeep Iceland
Auch Spezialreifen können den Geist aufgeben.
Maelifell (1 von 1)-24
Die Spannung steigt wieder an – der Eyjafjallajökull, auf deutsch Eyjafjöll-Gletscher, liegt vor uns. Der Krater des Vulkanes sieht man hier gut (hinter dem kleinen, grünen Vulkan) – die Explosion hat die ganze „Bergkappe“ weggesprengt.
Ejafjalljökull Iceland
Der Eyjafjallajökull vor uns …
Maelifell (1 von 1)-27
Der Weg bleibt ruppig – slow going!
Maelifell (1 von 1)-30
Herausforderung am Schluss im Gebiet des Markarfljöt – die Strasse ist weggebrochen, gesperrt. Das kleine Umleitungsschild zeigt einfach auf den Flusslauf – bitte da lang. Wir müssen uns den Weg durch das Flussbett selber suchen – irgendwie kreuz und quer. Nochmals volle Konzentration – auch wenn wir schon Stunden hinter dem Steuer gesessen sind. Irgendwann finden wir auch die Strasse wieder. Off Road ist in Island verboten, also hier waren wir quasi mit amtlicher Genehmigung im Flussbett unterwegs. Und unseren Spuren werden hier – im Gegensatz zum empfindlichen Hochland – beim nächsten Regen durch den Fluss wieder weggespült.
Maelifell (1 von 1)-29
Wo ist wohl der Rest des Wagens geblieben …
Maelifell (1 von 1)-32
Den Luxus gönnen wir uns – Hotpot und ein Bier! Eine unglaubliche Tour geht für uns so zu Ende!

Bemerkung:

Für alle meine Touren in Island gilt der absolute Grundsatz die Strassen und vorgegebenen Routen nicht zu verlassen. Wirklich Off Road kommt für mich nicht in Frage – bei mir heisst es On Track!

Eine ganz grosse Bitte an alle 4×4, Jeep, Landi,  Geländewagen und Unimog-Fahrer – bleibt auf den Strassen und Tracks – querfeldein off road durch die Gegend zu brausen, zerstört die Natur! Und ist in Island strengstens verboten. Die Natur ist sehr empfindlich – im Sprengisandur findet man Spuren von Fahrzeugen, die über 40 Jahre alt sind. Da sollten wir zeigen, dass wir heute anders mit der Natur umgehen – es ist schon ein Privileg in diese Wildnis hereinfahren zu dürfen.