Murmeltiere sind Eichhörnchen

Wenn man zur Zeit in den Plessurer Alpen unterwegs ist, wird man als Wanderer ab und zu ganz schön „angepfiffen“. Die Murmeltiere sind jetzt sehr aktiv und warnen vor dem herankommenden Wanderer. Dabei können die „Mungga“ ganz schön laut sein.

Murmeltiere findet man in Arosa an vielen Stellen

Mit Glück und wenn man sich etwas ruhig verhält kann man die Tiere gut beobachten. Vorallem die verspielten Jungtiere zu beobachten ist herrlich und diese geben besonders ein schönes Fotomotiv ab. Jäger nennen die Jungtiere übrigens Affen.

Vorab eine Bitte: Füttere die Murmeltiere nicht! Leider werden in den Bergen die Murmeltiere gerne angefüttert, damit diese für Touristen einfacher zu beobachten sind. Den Murmeltieren bekommt dies aber gar nicht.  Hier in Arosa sind die Murmeltiere wirklich Wildtiere. Gerade wir Amateur-Fotografen kommen bei Tier-Shootings schon mal auf die Idee, Tiere anzufüttern. Ist aber bei Murmeltieren wirklich nicht nötig – einfach gegen den Wind langsam anpirschen. Wenn die Tierchen verschwinden, näher rangehen, sich dann ruhig verhalten und warten, die kommen schnell wieder aus ihrem Bau heraus. So kann man sich bis auf ein paar Meter annähern – Murmeltiere sind gar nicht so scheu. Hunde gehören in der Nähe von Murmeltier-Populationen an die Leine.

nicht füttern

Die Murmeltiere gehören zu den „echten Eichhörnchen“ und sind nicht nur bei uns in den Alpen sondern u.a. auch in Nordamerika sehr verbreitet.

Der Name „Murmeltier“ hat übrigens nichts mit der Murmel oder „murmeln“ zu tun. Er geht auf das althochdeutsche „murmunto“ zurück, das wiederum aus dem lateinischen „mus montis“ („Bergmaus“) entlehnt ist.

Eine andere Erklärung ist, dass unsere Vorfahren mit dem etwas schwerfälligen Begriff „mus montis“ Mühe hatten und so über den Lauf der Zeit sich der Name von Mürmendin über Murmenda, Murmeta, Murmetli zu Murmeltier entwickelte. Im Walliser-Dialekt heisst es „Murmunda“. So soll sich auch der für uns geläufige Begriff „Mungga“ entwickelt haben. Hier oben in Arosa sowie mehr oder weniger im ganz deutschsprachigen Graubünden nennt man das Murmeltier nämlich “Mungga”!

Nun, die Bezeichnung „Mungga“ spielt möglicherweise auf Mönch an und könnte auch so entstanden sein. Mönch – so eine gewisse Ähnlichkeit kann man ja dem Murmeltier nicht absprechen.

Eine Leserin hat aufgrund meines Posts noch ergänzt, dass in rätoromanischer Sprache die Murmeltiere „muntanelas“ heissen. Diese Bezeichnung kommt wahrscheinlich von munt = Haufen, Berg (Anhöhe).

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Noch ein paar Stichwörter zum Murmeltier:

  • der Winterschlaf dauert sechs Monate
  • Im Winter sinkt die Körpertemperatur auf 5 Grad Celsius und das Herz schlägt nur noch rund 20 Mal pro Minute
  • In der Umgebung von Arosa gibt es eine grosse Population
  • Im Herbst, zur Hochwildjagd-Zeit zwischen Mitte September bis Mitte Oktober werden die Nager bejagt
  • Damit das Murmeltier seine langen Gänge graben kann, verfügt es über starke Vorderpfoten mit langen Krallen.
  • Das männliche Tier heisst Bär, das Weibchen Katze, die Jungtiere Affen oder kleine Kätzchen
  • Die Murmeltiere kommunizieren nicht nur mit Schreien, sondern auch mit Duftnoten
  • Die Aroser Murmeltiere sind eigentlich Kulturfolger. Sie siedeln gerne in der Nähe der Bergbahnen, an den Wanderwegen, an der Eisenbahn und bei Siedlungen. Dort sind sie sicherer vor Feinden.
  • Wenn Du mit der Hörnlibahn rauf fährst, kannst Du die putzigen Tierchen auch aus der Gondel beobachten
  • Am Tage verlassen die Murmeltiere ihre Baue. Sie sind vorwiegend am Boden aktiv und können kaum klettern.
  • Ihre Nahrung sind Gräser und Kräuter, seltener Früchte, Samen und Insekten.

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Herzlichen Dank an @CecilaDemarmel für diese Ergänzung!