Healy Pass – der Gotthard von Irland

Der Healy Pass sei so etwas wie der Gotthard von Irland, meinte schmunzelnd ein Ire. Sicherlich ein etwas grosser Vergleich. Der Healy Pass ist aber zweifelsfrei eine richtige Passstrasse und schlängelt sich durch eine unwirtliche Gegend. Und hinter dieser Passstrasse steht eine etwas merkwürdige Geschichte.

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Der Healy Pass verbindet die Nord- und Südseite der Beara Halbinsel zwischen Lauragh und Adrigole. Eines zeichnet den Pass schon mal aus, meistens ist er in Wolken gehüllt. Es lohnt sich also hier gutes Wetter abzuwerten. Die Passhöhe ist in knapp 300m Höhe über dem Meeresspiegel, hier verläuft auch die Grenze zwischen den Counties Kerry und Cork.

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Seinen Namen verdankt der 1847, zu Zeiten der Hungersnot, errichtete Pass einem Mr. Timothy Michael Healy. Er hatte als Generalgouverneur die Strassenverbindung durchgesetzt. Nach seinem Tod am 26. März 1931 wurde die neu gebaute Strasse nach ihm benannt.

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Fährt man von Süden auf den Pass folgt kurz nach Adrigole ein spektakulärer Anstieg. Über viele schöne Serpentinen führt die enge Strasse bergauf. Wenn man wie ich viel in den Bergen unterwegs ist, ist diese Strasse keine grosse Herausforderung. Einfach sehr schön zu fahren. Zudem hat es wenig Verkehr, nur wenig Touristen oder irische Ausflügler verirren sich in diese Gegend. Aber vor diesen wenigen Touristen sollten man sich etwas in Acht nehmen, genau diese sind mit der Strasse schnell überfordert. Linksverkehr, Mietwagen, ungesicherte Stellen und enge Serpentinen – kann dann doch schnell alles zu viel werden.

Im Gegensatz zu unseren Pässen in den Alpen, die meistens Handelswege waren, hat der Healy Pass ein etwas „morbider“ Hintergrund.  Der Pass folgt nämlich einem alten Weg, dem „Bealach Scairt“, über den man früher Verstorbene von einem Teil der Halbinsel zum anderen überführte. Die Prozession bewegte sich bis zur Passhöhe und man schob den Sarg dann dort über die Grenze. Eine Gruppe wartete auf der anderen Seite (also im anderen County), nahm den Verstorbenen in Empfang und trugen diesen dann auf der anderen Seite hinunter.  Dieser Ort auf der Passhöhe  heisst heute „Flat Rock“.

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„Flat Rock“

Bei gutem (sichtigem) Wetter lohnt es sich auf der Passhöhe aufzuhalten, den Weitblick zu geniessen und einfach die wirkliche grossartige Landschaft auf sich wirken lassen. Oder von hier zu Fuss auf einen der umliegenden Bergen aufzusteigen.

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Etwas unter der Passhöhe hat es ein kleiner, alter Souvenirshop. Vermutlich einer der einsamsten Souveniershops in ganz Irland. Dieser wird von einem Einheimischen seit ewig geführt. Einfach mal rein gehen. Zudem hat der Mann immer eine Geschichte über die Gegend oder auch ein guten Tipp für die Besucher parat.

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Nachfolgend noch ein paar weitere Impressionen:

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Ein Kommentar zu „Healy Pass – der Gotthard von Irland

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