Der Einbruch ins Hotel Gjaargardur

Die erste Begegnung mit den Färöer Inseln hatten wir im schönen Dorf Gjögv. Genau hier begann unser „Abenteuer“ Färöer. Und zwar mitten in der Nacht mit einem „Einbruch“ in das Guesthouse Gjaardur!

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Nachdem wir den Tipp – unbedingt das Flughafenhotel für die erste Nacht zu buchen – in den Wind geschlagen hatten, kam es wie es kommen musste. Der Flieger der Atlantic Airways konnte aufgrund der Wetterverhältnisse auf den Färöer in Kopenhagen vorerst nicht starten. Mit viel Verspätung kamen wir dann nach Mitternacht auf dem Flughafen Vágar an. Der bereits übermüdete Autovermieter (ein einziger Angestellter ist in dieser Nacht hier für alle Auto-Vermieter zuständig, wir waren aber irgendwie auch die einzigen Kunden) hatte wirklich auf die Maschine gewartet und gab uns den Schlüssel für den Wagen. Der sei irgendwo da draussen vor dem kleinen Flughafen. Draussen war es stockdunkel – der Parkplatz fast nicht beleuchtet. So ging es mit dem Funkschlüssel über den Parkplatz, bis bei einem Wagen die Blinker aufleuchteten.

Den Wagen hatten wir also – jetzt noch eine Stunde Fahrt vom Flughafen bis zum Dörfchen Gjogv, wo wir in einem Gasthaus ein Zimmer gebucht hatten. Wir suchten das Dorf, wir suchten das Gasthaus – immer in gefühlter totaler Dunkelheit. Ohne Navi, aber Dank der noch vorhanden Fähigkeit meiner Frau Karten gut lesen zu können, haben wir das Dorf schnell gefunden. Das Gasthaus dann auch, dies war aber innen wir aussen total unbeleuchtet und machte einen sehr geschlossenen Eindruck. Wir versuchten es trotzdem,  die Eingangs-Türe war offen! Drin war kein Mensch zu finden – die Rezeption zu, mit einer Glastüre verschlossen! Schnell war klar, hier bekommen wir für diese Nacht kein Zimmer. Das Licht war irgendwann gefunden, also haben wir uns umgeschaut, ob es eine Schlafgelegenheit gibt. Im obersten Stock des Hotels gab es ein Art Schulungsraum – in der Dachschräge links sah man so etwas wie Schranktüren. Wir öffneten eine dieser Türen und siehe da, dahinter verbarg sich eine Nische mit einer grossen Matratze für zwei Personen, so eine Art „Alkovenbett“.  In einer solchen Situation gibt es nicht viel nachzudenken, vor allem wenn man schon mehr als 20 Stunden auf den Beinen ist. Wir hätten eigentlich gut geschlafen, wäre da nicht diese Kälte gewesen. Schnell hatten wir unsere dicken Jacken und die Wanderschuhe wieder an, versuchten so 2 – 3 Stunden Schlaf zu bekommen.

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Irgendwann hörten wir Geräusche von unten – es war in der Küche. Der Inhaber des Hotels bereitete das Frühstück vor und war doch etwas verblüfft ab den beiden Einbrechern aus der Schweiz. Wir hätte ihn doch einfach auf dem Handy anrufen sollen, er wäre dann doch sofort gekommen, erklärte er uns dann bei einem Kaffee, den er sofort für uns gemacht hatte. „Die Nummer steht extra auf einem Schild an der Rezeption“, fügte er dann noch an. Dies hatten wir wirklich übersehen, aber wir hätten sowieso nachts um 02.00 Uhr hier draussen niemandem angerufen und aus dem Bett geholt.

Sofort bekamen wir unser Zimmer. Nach einer Dusche und frischen Kleidern konnten wir dann ein herrliches Frühstück geniessen – wir waren endlich auf den Färöer angekommen!

Das Hotel Gjaardur ist eigentlich ein Muss wenn man eine Reise auf die Färöer unternimmt. Es ist kein Hotel sondern eher ein einfaches Guesthouse mit einem Rasendach. Es verfügt über ein gemütliches Restaurant (Tipp: 1x in der Woche gibt es eine Buffet mit Spezialitäten von den Färoer Inseln – einfach Super!) und einfachen Zimmer. Der Besitzer und alle MitarbeiterInnen sind sehr freundlich und aufmerksam.

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Die wahre Schönheit liegt direkt vor der Haustüre in der atemberaubenden Natur und im „heimeligen“ Dorf. Mehr über dieses spannende Dorf Gjögv findest Du im Post: Das Dorf Gjögv auf der Insel Eysturoy

Das Dorf Gjöv auf der Insel Eysturoy
Das Dorf Gjöv auf der Insel Eysturoy