Oslo: Auf dem Dach der Oper

Die Oper ist das Wahrzeichen der Hauptstadt in Norwegen. Kein anderes Gebäude symbolisiert die nagelneue Hafen-City von Oslo besser. Was die Architekten da geschaffen haben, ist einfach spektakulär.

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Hatte ich doch Oslo irgendwie als eher graue, im Nieselregen verlorene Stadt in Erinnerung. Allerdings liegt mein Besuch nun schon mehr als 26 Jahre zurück. In Erinnerung ist mir das Rathaus und der Holmenkollen geblieben. Kein Vergleich mit heute. In der teuersten Stadt der Welt kommt man schon im Flughafen ins Staunen. Dort wurden für den Bau des Flughafens Materialien verwendet, aus denen bei uns die teuren und gehobenen Chalets in Gstaad gebaut werden.

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Rund um die Oper wird an der neuen Hafen-City weiter gebaut.

Aker Brygge ist ein neuer Stadtteil direkt am Wasser. Vis à vis von der Oper. Atemberaubend. Ein Ausgangs-Meile für schöne Sommerabende. An solchen Abenden ist dann das junge, urbane Oslo hier unterwegs und schaufelt kiloweise Krabben oder Sushi in sich hinein. Man spürt irgendwie die gute Laune der Menschen, die ihren erfreulichen Wohlstand geniessen. Der Grund dafür ist natürlich das Öl. Das darf man natürlich so nicht sagen, denn das Wort bedeutet in der Landessprach „Bier“ und dies kostet ebenfalls ein Vermögen.

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Jedenfalls ist Oslo auch ein bisschen das Abu Dhabi oder Dubai des Nordens – man scheint hier mit grossem Ehrgeiz kulturelle Leuchttürme zu errichten und dies in einem Land, dessen Image bisher von der Unberührtheit der Landschaften gezeichnet war. Aker Brygge, der neue Stadtteil „Bar Code“ beim Bahnhof oder ein weiterer Teil der Hafencity hinter der Oper zeigen den Ehrgeiz der Norweger ihre Hauptstadt neu zu erfinden.

All das muss vorausgeschickt werden, bevor ich hier zu diesem Opernhaus komme, denn in diesem Bau vereinen sich vieler dieser Themen: die Natur, die Architektur, der Hafen, die Demokratie und das herrlich viele Geld.

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Dass auffällig gestaltetes Opernhaus ist heute zum Wahrzeichen einer Stadt, eines ganzen Landes geworden. Eigentlich ist Oslo jetzt „unser“ Sydney von Europa. 500 Millionen Euro steckte die Regierung in diesen Bau.

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Die Oper ist auch aussen eine Bühne

Was die Architekten (Büro Snøhetta) da geschaffen haben, verdient ohne jede Übertreibung das Wort spektakulär. Als Halbinsel in den Fjord hineingebaut, erhebt sich der Bau wie aufeinandergeschichtete Eisschollen aus dem Wasser.

Überrascht hat mich die Dachfläche. Eigentlich sind die Norweger nicht gerade arm an eigenem Gestein. Die rund zwanzigtausend Quadratmeter Dachfläche sind aus dicken Marmor-Platten aus dem italienischen Carrara belegt worden. In Dubai hätte man wohl Goldbarren verwendet, der Carrara Marmor hier in Oslo ist zwar dezenter, aber nicht weniger prestigeträchtig, wie mir scheint.

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Man spaziert über italienischen Marmor …

Sehr norwegisch und sympathisch ist, dass dieses Marmordach vollständig betretbar ist! Man hat hier nicht nur einen wunderbaren Aussichtspunkt geschaffen, sondern eine gewaltige Bühne für die Menschen. Oder so eine Art Spanische Treppe für Oslo. Eine permanente Opern-Inszenierung auf dem Dach – Tag und Nacht!

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Mich hat das Gebäude, das Dach (fotografisch) so fasziniert, dass ich keinen Gedanken verschwendet habe, die Oper auch von innen anzuschauen. Mir hat man dann später erzählt, dass es in der Oper keine Loge geben würde, nicht einmal für den König. Für Norwegen nicht verwunderlich. Und ich werde sicherlich hierher zurückkehren, um dann einer Oper zu lauschen. Vorher, in den Pausen und nach der Vorstellung wird man mich auf dem Dach finden!

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„Werbung“ für Britten’s War Requiem

3 Kommentare zu „Oslo: Auf dem Dach der Oper

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