Bilderbuch Elsass: Berge, Gipfel und Pässe, Cols und Ballons

Die Hochvogesen – eine der schönsten Landschaften Europas. Nur selten trifft man in Mitteleuropa auf kurzen Wegen so viel Unterschiedliches, vom sanften Bergrücken bis zur hochalpinen Felswand, vom schattigen (Ur)wald bis zur weiten Hochweide.

Und entlang der Gipfel zieht sich eine atemberaubende Panoramastrasse, die berühmte Route des Crêtes.

Damit ist die nächste Seite in meinem Bilderbuch Elsass aufgeschlagen. Dieses Kapitel wird vor allem die Sportwagen- und Cabriofahrer, Autowanderer, Biker und Velofahrer freuen.

Die Vogesen-Kammstrasse, die Route des Crêtes, zählt zu den imposantesten Bergstrassen in Frankreich. Eine aussichtsreiche, kurvige Strasse verläuft entlang des Hauptkammes der Südvogesen immer auf einer Höhe zwischen 900 – 1200m ü.M. Diese Strasse verbindet keine Dörfer, sondern die Gipfel  und Hochlagen in dieser sehr bergigen Region. Diese Strasse wurde für die Versorgung der französischen Truppen im Ersten Weltkrieg angelegt.  Die Route des Crêtes  führt auf rund 75 km Länge von Thann im Süden über Cernay, Grand Ballon, Markstein Hohneck, Col de la Schlucht in den Norden bis zum Col du Bonhomme und endet in Sainte-Marie-aux-Mines. Den höchsten Punkt erreicht man unter dem Grand Ballon, die Strasse führt im Osten um den Gipfel herum und überwindet in 1343 Meter Höhe den Pass zwischen dem Le Markstein und dem Hartmannswillerkopf. Der Gipfel des Grand Ballon – damit der höchste Punkt der Vogesen – ist von der Passstrasse aus mit einem Fussmarsch von ungefähr 15 Minuten leicht erreichbar.

Der Erste Weltkrieg ist auf der ganzen Strecke gegenwärtig und man kommt an mehreren Schauplätzen und Denkmäler vorbei. Am Hartmannswillerkopf – der wegen der schlimmen Schlachten auch „Menschenfresser“ genannt wurde – ist zur Zeit ein deutsch-französisches Museum im Bau.

Meist säumen Laub- und Mischwälder die Strasse. Auf den „Gipfeln“ und sonnigen Hochlagen öffnen sich dann die Wälder und es bieten sich herrliche Ausblicke auf die bewaldeten Hänge der Vogesen, auf die Rheinebene und den gegenüberliegenden Schwarzwald. An klaren Tagen reicht die Fernsicht bis zu den Schweizer Alpen und dem Montblanc.

Der Strassenverlauf ist speziell etwas für die Geniesser unter den Sportwagen-, Cabrio- und Oldtimerfahrer sowie Autowanderer. Allerdings ist auf der ganzen Strecke Höchstgeschwindigkeit 70, daher eher etwas zum gemütlichen cruisen.

Besonders sind die einsamen Berggasthöfe an der Strecke, die Ferme Auberges, die sehr beliebt sind. Man geniesst auf einfachen Holzbänken die frische Höhenluft und bekommt feine, traditionelle Gerichte aus heimischen Produkten.

Nachfolgend ein paar Impressionen von unserem „Roadtrip“ quer durch die Vogesen:

Der Strassenverlauf ist einmalig
Unter der Woche in der Vor-Saison hatten wir die ganze Strecke für uns alleine, aber Achtung auf der ganzen Strecke ist Höchstgeschwindigkeit 70! Allerdings aufgrund der vielen, vielen Kurven liegt meistens gar nicht viel mehr drin. Im Sommer, dann vor allem an schönen Wochenenden ist hier sehr viel Verkehr.
Immer wieder schöne Aussichten auf die Vogesen. Die Vogesen sind das grösste, zusammenhängende Waldgebiet Frankreichs.
Blick auf einen Stausee (Lac de Kruth-Wildenstein)
Ganz schön bergig – hier oben war der Frühling im Mai noch weit weg. In den Vogesen bildet die Buche die Waldgrenze.
Vogesen ist ein Wanderparadies – es gibt ein enges Netz an gut markieren Wanderwegen.
Der kurze Aufstieg zum Grand Ballon (1424 m)
Der Grand Ballon ist der kälteste Ort des Elsass. Die tiefste gemessene Temperatur betrug ca. minus 30 Grad. Im Winter liegt hier oft viel Schnee, meist über einen Meter, oft 1,50 m. Der Temperaturunterschied zur Rheinebene schwankt gemessen bei Mülhausen zwischen 7 und 10 Grad.
Grand Ballon – der höchste Gipfel in den Vogesen (1424 müM).
Blick in die Rheinebene – dort unten ist es schon fast Frühsommer
Bergfrühling

Wolfgang von www.vogesenchalet.bplaced.net schreibt im Kommentar zum obigen Bild: Das Stiefmütterchen auf dem Bild ist etwas Besonderes. Es ist ein glaziales Relikt. Das Vogesen-Stiefmütterechen (Viola lutea) kommt sonst nur noch in den Alpen vor.

MIt dem Auto von Gipfel zu Gipfel
Dazwischen geht es durch viel Wald …
… mit vielen Kurven.

1. Weltkrieg

Die Vogesen waren im Ersten Weltkrieg Schauplatz erbitterter Schlachten. Auf der Ostseite der Vogesen liegen Soldatenfriedhöfe. Auch heute noch sind an vielen Stellen die Schützengräben deutlich sichtbar, in denen sich die Feinde oft nur wenige Meter voneinander entfernt gegenüberlagen. An der Routes des Crêtes liegt die Gedenkstätte Hartmannswillerkopf und erinnert an die gefallenen Soldaten: Nationalfriedhof, eine Krypta mit je einem katholischen, evangelischen und jüdischen Altar wurde 1918 errichtet. Die  Gedenkstätte gehört zu einer der gut besuchten Tourismuszielen des Elsass.

Im Jahr 2018, 100 Jahre nach Kriegsende, soll ein deutsch-französisches Museum als Symbol für die Aussöhnung eröffnet werden. (Bei unserem Besuch noch im Bau)

Tourbeschreibung:

Als Start der Tour wähle ich den Süden. Die Vogesen-Tour beginnt in der Ortschaft Uffholtz (nördlich von Mullhouse bei Cernay)

In der Ortschaft Uffholtz biegst Du auf die D431 (Rue du Ballon) ein und fährst nun auf den Vieil-Armand, im deutschen Sprachraum als Hartmannswillerkopf bekannt. Die Strasse ist gut ausgebaut, prächtige Kurven! Geniesse die Kurven und die Landschaft, nach kurzer Zeit erreichst du den Col Amic auf 825 m.ü.M. Weiter folgst Du der D431 in Richtung Grand Ballon / Markstein. Diese Landschaft hier hat es in sich, wunderschön! Der Grand Ballon (Grosser Belchen) ist mit seiner mächtigen Radarkuppel von weitem sichtbar. Die Fahrt über den Höhenzug mit prächtiger Weitsicht bringt Dich bald nach Le Markstein, ein reiner Wintersport-Ort. Folge dem Wegweiser Richtung  Col de la Schlucht auf die D430. Fahre über die Höhenstrasse weiter bis kurz vor die Passhöhe des Col de la Schlucht, für die letzten paar Meter musst Du auf die D417 einbiegen. Auf dem Col de la Schlucht (Schluchtpass) geht die Routes des Crêtes als D61 geradeaus in Richtung Col du Calvair weiter. Auf dem Pass Col du Calvair folgst Du der D148, später der D48 über den Col du Bonhomme bis nach Sainte-Marie-aux-Mines – wo für mich diese Tour endet. Von hier führt eine schöne Strecke runter ins Elsass nach Ribeauvillé.

Weitere Tipps und Berichte über das Elsass findest Du hier.

Für Ribeauvillé habe ich noch einen schönen Tipp für die Übernachtung: La Grange du Couvent – eine Scheune zum Träumen!

La Grange du Couvent

Verfasst von

Michael’s Beers & Beans – Stories and Photos posted by Michael Schneider – ideas brewed with water of the Rhine. (Blogging for Fun / Non-Commercial) Zurich & Lake Constance

10 Kommentare zu „Bilderbuch Elsass: Berge, Gipfel und Pässe, Cols und Ballons

  1. Das Stiefmütterchen auf dem Bild ist etwas Besonderes. Es ist ein glaziales Relikt. Das Vogesen-Stiefmütterechen (Viola lutea) kommt sonst nur noch in den Alpen vor.

    Bei guter Fernsicht kann man von der Route des Crêtes oft Jungfrau, Eiger und Mönch in der Schweiz sehen.

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    1. Hallo Wolfgang, vielen Dank für Dein Feedback. Betreffend dem Stiefmütterchen werde ich meinen Post noch ergänzen. Leider habe ich immer etwas Pech mit dem Wetter, daher blieb mir die von Dir beschriebene Fernsicht bisher verwehrt. Ich habe gesehen, dass Du ein Chalet in der herrlichen Berglandschaft am Rande des Naturparks Ballons des Vosges in 750m Höhe vermietest. Leider ist der Link in Deinem Profil defekt, daher erlaube ich mir den Link zum Chalet hier nochmals zu nennen: Vogesen Chalet mit Aussicht. Insbesondere findet man dort ja viele schöne Tipps zur Region, was vielleicht den einen oder anderen interessieren könnte. Lg, Michael

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    1. Liebe Andrea, genau so mache ich es auch. Im Frühsommer – das Elsass ist dann aufgrund des milden Klimas schon etwas weiter – mache ich immer wieder einmal ein verlängertes Wochenende. Oder im Herbst. Vorallem es lohnt sich die Route des Crêtes am Freitag zu machen, dann hat man die Strasse wirklich für sich. Und sich dann anschliessend das restliche Wochenende durch die schönen Dörfer und Städte treiben lassen, in eine andere Welt eintauchen. So ein langes Wochenende fühlt sich dann fast wie eine Woche Ferien an. 😉 Lg, Michael

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