Franz Müller Rieser: Impressionen – oder die Leidenschaft des Schauens

Es beginnt mit einem Kommentar über ein Foto, in welches ich etwas Arbeit gesteckt hatte: „Klasse Bilder wie immer. Vor allem das Erste mit dem dreiteiligen Handlauf ins Wasser gefällt mir sehr gut, diese minimalen, einfachen Strukturen, einfach sehr gut.“ Ein schönes Feedback macht immer Freude, dies kam jetzt allerdings doch etwas fachlich daher. Wie immer will ich sofort wissen, wer steckt dahinter? Dem Kommentar liegt der Link foto-stil.com bei – ich falle umgehend in die impressionistische Bilderwelt eines Fotografen.

Franz Müller Rieser Ausstellung Foto Impressionen Weinfelden Thurgau Schweiz
„time and passengers“ by Franz Müller Rieser

Fasziniert erkenne ich erst mit der Zeit Motive aus meiner Gegend, klar wird mir dies bei den Bildern „Gangellisteg“ und „the only way“.

foto-stil.com – dahinter steht der Fotograf Franz Müller Rieser, wir wohnen etwas mehr wie ein Steinwurf von einander entfernt. Inzwischen gab es den einen oder anderen kurzen Kontakt über meinen und seinen Blog. Und so habe ich Wind bekommen, dass Franz Müller Rieser eine Foto-Ausstellung für den September vorbereitet. Und wenn mir etwas sympathisch ist, dann erzähle ich gerne davon. Dafür habe ich ja meinen Blog. Und die Bilder von Franz Müller Rieser sind einfach toll.

„Ich sehe nicht die Welt wie sie ist. Ich sehe sie wie ich bin.“

Franz Müller Rieser hat dieses Zitat aus dem Talmud auf seinem Blog, es scheint für seine Art der Fotografie fundamental wichtig zu sein. Jeder Mensch baut sich im Laufe seines Lebens sein eigenes Bild von der Welt auf. So ein Bild basiert auf einem Werteystem aus persönlicher Erfahrung, seiner Kultur, seiner Auseinandersetzung mit dem Leben sowie der Einfluss ausgehend von wertvollen Menschen. Dies macht gerade vor Fotografen nicht halt, welche ihre Art des Schauens in eine eigene Bildsprache bringen. Ganz wenige Fotografen überschreiten in ihrer Bildsprache Grenzen und lösen sich von der klaren Abbildungsfunktion. Diese Linie hat Franz Müller Rieser überschritten, er sieht anders, tiefer. Er erkennt die Unmittelbarkeit des Moments und spielt mit der Zufälligkeit seines Bildauschnittes. Sein Blick erkennt fasziniert vom Licht der Farben die Atmosphäre. Er schafft es dies auf seine Fotografien zu transportieren. Dabei nutzt er Techniken wie „Intentional Camera Movement“ – löst sich von Technik und Konventionen. Spielt den Freejazz der Fotografie, unvorhersehbar das Ergebnis.

In seiner Foto-Ausstellung wird Franz Müller Rieser rund 50 Bilder, die überwiegend impressionistisch, einige auch ganz abstrakt wirken, zeigen.

Link zur Ausstellung: Franz Müller Rieser: Impressionen – oder die Leidenschaft des Schauens

zum Download: Plakat

Das Beitragsbild und das Plakat wurde mir mit freundlicher Genehmigung von Franz Müller Rieser, Weinfelden zur Verfügung gestellt. Alle Rechte verbleiben beim Fotografen.

7 Kommentare zu „Franz Müller Rieser: Impressionen – oder die Leidenschaft des Schauens

  1. Ganz, ganz herzlichen Dank für Deinen sehr schönen und persönlichen Beitrag zu meiner kommenden Ausstellung in Weinfelden! Jetzt weiss ich auch endlich, woher das Zitat: „Ich sehe nicht die Welt wie sie ist. Ich sehe sie wie ich bin.“ wirklich stammt… Ich habe es ja mehr zufällig beim Besuch eines Blogs gefunden und es stimmt, für meine Arbeit ist diese Aussage ganz zentral.

    Bei der Gelegenheit möchte ich nicht versäumen, Michaels Blog ein bisschen zu würdigen. Ich kenne und schätze diesen Blog ja erst seit ein paar Monaten. Für mich sind seither die Beiträge auf Michael’s Beers & Beans immer wieder eine grosse Freude. Nicht nur, wenn Berichte über Wanderungen quasi vor meiner Haustür erscheinen, die ich in der Art doch nicht kannte. Die Bildqualität, und ich glaube, da kann ich ein Wörtchen mitreden, ist bei jedem Beitrag weit überdurchschnittlich verglichen mit anderen Reiseblogs. Der PhotoLyric Blogger ist eben viel mehr als ein Reiseblog. Hier gibt’s stets erstklassige Fotos UND anregende, manchmal auch lyrische Texte dazu.

    Schöne Grüsse, Franz

    Gefällt 3 Personen

    1. Lieber Franz, ganz herzlichen Dank für das sehr schöne Feedback. Auf Deinem Blog habe ich Deine Gedanken zum NZZ Artikel „Die Fotografie versinkt im Massengrab“ gelesen – ich habe übrigens wegen der Bilderflut mit der Fotografie eine zeit-lang aufgehört. (Flickr & Co.) Später habe ich mich dann gefragt, was interessiert mich eigentlich die Bilderflut? Habe die Freude wieder entwickelt, einen Moment, die Schönheit festzuhalten, zu zeigen wie ich diesen fühle und interpretiere. Gerade in der letzten Zeit habe ich erkannt, dass ich trotz der täglichen Bilderflut laufend auf Fotografen stosse, deren Arbeit mich verblüfft, fasziniert, bewegt und inspiriert. Zeigt wie-viel ich in der Fotografie noch lernen darf. Fotografen – mit handwerklichem Verstand und grosser Kreativität – setzen mit tollen Bilder der allgegenwärtigen Bilderflut etwas Nennenswertes entgegen. Diese sind es, die „Leidenschaft des Schauens“ in ihren Bilder an Menschen transportieren, die sich daran freuen und davon inspirieren lassen. Das Thema „Warum fotografieren wir noch …“ nehme ich auf und werde meine Gedanken später in einem eigenen Post verarbeiten. Toi,Toi,Toi für Deine Ausstellung und viel Erfolg und Freude. Lg, Michael

      Gefällt 1 Person

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