Studentenkarzer – „Kunstwerke“ im Heidelberger Studentengefängnis

Studenten im Gefängnis? Unter welchen Haftbedingungen? Und für welche Vergehen? Zum Beispiel weil ein Student im Rausch eine Sau durch das Dorf getrieben hat! Richtig wir sind in der alten Geschichte der schönen Stadt Heidelberg, die tatsächlich von 1778 bis 1914 ein Studentengefängnis betrieben hat.

Dieser „Studentenkarzer“ liegt in der Augustinergasse auf der Rückseite der Alten Universität. Hier wurden bis 1914 die Studenten für „Kavaliersdelikte“ (nächtliche Ruhestörungen, Verstösse gegen die öffentliche Ordnung, feucht-fröhliche Streiche) bestraft.


Zu dieser Zeit besass die Universität von Heidelberg eine eigene Gerichtsbarkeit, damit konnte ein Amtmann Karzerstrafen verhängen. Der Arrest dauerte, je nach Delikt, zwischen drei Tagen und vier Wochen, allerdings durften die Studenten ihre Vorlesungen besuchen. Anschliessend mussten die Studenten als Häftlinge zurück in den Karzer. Auch sonst schien es im Gefängnis eher hoch her zu gehen. Und für die Häftlinge war es eine „Ehre“ sich an den Karzerwänden mit ihren Konterfeis und Sprüchen zu verewigen. Daraus sind „Kunstwerke“ für die Ewigkeit entstanden, die den Studentenkarzer heute zu einer beliebten Sehenswürdigkeiten in Heidelberg gemacht hat.

Mit meinen heutigen Fotos lass ich Euch in diese etwas seltsam wirkende Kunstwerke und Kritzeleien eintauchen.

 

8 Kommentare zu „Studentenkarzer – „Kunstwerke“ im Heidelberger Studentengefängnis

  1. Das ist ja toll.😀 Denn war vor kurzem erst in Heidelberg, worüber ich auch etwas im Blog machte, aber diese wirklich interessante Sehenswürdigkeit besuchte ich leider nicht.
    Ein von vielen Gründen mehr nochmal diese wunderschöne Stadt zu besuchen!
    Sehr schöne Bilder und auch sehr interessant beschrieben!
    Liebe Grüße von Hanne🌻

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    1. Liebe Hanne, vielen Dank – habe mir natürlich Deinen schönen Post über Heidelberg noch angeschaut. Ich war im Juni in dieser tollen Stadt, habe aber leider noch keine Zeit gehabt, die geschossenen Fotos für den Blog aufzubereiten. Aber das kommt noch. Und Du hast recht, nach Heidelberg zurückzukommen lohnt sich. Lg, Michael

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      1. Meine Kamera schwächelt leider schon ziemlich, weshalb ich meine Fotos nur noch bearbeitet bzw entsprechend dem Artikel völlig verändert, aber wie ich finde auch ganz gut nutze.
        Einen Fotoblog hatte ich auch vor meinem aktuellen Blog…. aber das Leben ist munmal Veränderung😊
        Liebe Grüße und komm gut in die Woche🌻🌞🍀

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      2. … und die Art der Wahrnehmung verändert sich. Aber man sieht das Foto-Handwerk bleibt. Und was Du daraus machst, ist wie Dein ganzer Blog etwas anderes, tolles, phantasievolles. Dagegen stehe ich noch auf einer anderen „Entwicklungsstufe“, mal schauen wohin mein Blog führt. Glg Michael

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  2. Ganz cool. Sieht ja fast wie bei Kunst-Akademie aus;-) Wir waren mal in Frankreich in Larochelle, da hat es einen Turm in dem die Seeleute ähnlich kreativ waren…vielleicht sollte ich mich mal eine Weile einsperren lassen;-)

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