Happy Halloween aus Irland

Während meines jetzigen Aufenthaltes hier in Irland war der kommende Halloween überall gegenwärtig: in den Supermärkten, Pubs oder auf der Strasse. Dabei ist witzig zu beobachten, dass Halloween, der den Ursprung hier in Irland hat, inzwischen veramerikanisiert worden ist. 

In Irland wird wie an anderen Orten seit einigen Jahren Halloween mit grossen Feuern oder Feuerwerk gefeiert. Die Kinder verkleiden sich mit gruseligen Kostümen und haben den aus USA stammenden Brauch „Trick oder Treat“ (Süsses oder Saures) übernommen. Die Pubs versinken im Horror-Kitsch.

Dazwischen die ursprünglichen, irischen Bräuche zu erkennen, wird immer schwieriger. Denn in Irland werden in der Halloweennacht (Otche Shamna) manchmal noch traditionelle Speisen serviert und gegessen. Vorallem der Früchtekuchen Barm Brack wird gebacken. Diesem Kuchen wird bei der Zubereitung ein Ring in den Teig eingearbeitet und mit gebacken. Klar ist die ganze Familie dann gespannt, wer den Ring bekommt. Wer den Ring bekommt, soll nach einer irischen Tradition noch am Ende des Jahres heiraten.

Ein anderer schöner Brauch ist vermutlich ähnlich wie die „Räbenliechtli“, welche wir in der Schweiz kennen. In Irland nimmt man Steckrüben (ähnlich wie die Räben in der Schweiz) und schnitzt gruselige Gesichter hinein. In die ausgehöhlte Rübe wurde eine Kerze gestellt. Diese Figur wird nach einer Legende „Jack-O’Lantern“ genannt und soll als gruslige Lampe, ins Fenster gestellt, böse Geister vom Haus abhalten. Heute wird diese – wie in den USA – meistens aus Kürbis geschnitzt.

Die Kinder spielten traditionell an Halloween „Apfeltauchen“.  Äpfel kommen in eine Schüssel mit Wasser, dann müssen die Kinder mit den Zähnen, die Hände auf den Rücken den Apfel herausnehmen.

Solche Steinkreise (Glandore, Irland) dienten auch zur exakten Bestimmung der Jahreszeiten: Samain (31. Oktober), Imbolc (1. Februar), Beltane (1. Mai) und Lughnasadh (1. August)

Vor etwa 2000 Jahren feierten die Kelten „Samain“, das Ende des Sommers. Sie feierten die Ernte und den Anbruch des neuen Jahres. Grosse Feuer wurden entzündet. Die Kelten vermuteten, dass an „Samain“ die bösen Geister auf die Erde kamen. Um diese zu verwirren, verkleidete man sich selber in Geister und hoffte so nicht als Mensch erkannt und somit verschont zu werden.

Nach den Kelten entwickelte sich der Halloween weiter. Von den Kelten blieb die gruselige Verkleidung, die Römer steuerten den Apfel bei (Fest zu Ehren der Göttin Ernte) und die Christen tauschten das Fest „Samain“ kurzerhand mit dem Fest Allerheiligen aus. In dieser Zeit entstand auch der Name. Im Mittelalter hiess der Tag „All Hollows Day“, der Tag davor „All Hollows Eve“ – dies führte dann zu Halloween.

Die irischen Auswanderer verbreiteten das Fest weiter in der ganzen USA. So entwickelte sich das uns bekannte Halloween mit Süssigkeiten sammeln, Halloweenpartys, Halloween Festumzüge, Halloween Feuer und vieles mehr. Und schwappte so nach Irland zurück, wo ich heute das Gefühl habe, dass die Iren ihre eigene, ursprünglichen Traditionen (fast) vergessen haben.
Ofche Shamhna Shona Daoibh – Euch allen ein schönes Halloween aus Irland

Michael

28. Oktober 2017

Alle Bilder by Michael’s Beers & Beans – entstanden in Irland im Oktober 2017

 

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