Musée Unterlinden de Colmar – Wunderwerke und Schätze

Heute nehme ich Euch mit auf eine Tour in das Musée Unterlinden de Colmar (Elsass, Frankreich). Hier verstecken sich nämlich ein Wunderwerk sowie viele wahre Schätze. Das Wunderwerk ist der Isenheimer Altar. Gemalt wurde er Anfang des 16. Jahrhunderts von einem deutschen Meister namens Matthias Grünewald. Von Nahem betrachtet, kann man sich nur schwer vorstellen, dass das Altarbild 500 Jahre alt ist. Daneben gibt es einen grossen Schatz an Werken der Moderne, die alleine schon einen Besuch wert sind. 

Der berühmte Isenheimer Altar sowie die grosse Kunstsammlung stehen in einem ganz tollen Museumsgebäude, welches für sich alleine sehenswert ist. In Colmar haben die Schweizer Architekten Herzog & de Meuron das Museum Unterlinden restauriert und erweitert, ein Flüsschen zutage gefördert und der Stadt gleich noch einen neuen Platz geschenkt.

Der neue Place Unterlinden

Die bisherigen Museums-Räume (von 1853) im Kloster und in der Kapelle wurden restauriert, die Ausstellungsflächen erweitert. Ein altes, leerstehendes Schwimmbad – im Jugendstil – wurde unterirdisch verbunden und zur Ausstellungsfläche. Dahinter wurde ein Neubau, der sogenannte Ackerhof, errichtet. Ein Flüsschen, das bislang unterirdisch unter dem Platz verlief, wurde offengelegt, seine Ufer mit einem Sandstein gefasst, der dem des Klosters ähnelt und gut zum Neubau des Ackerhofs passt. Am Schluss ist ein ganz neues Museumsareal entstanden, welches in Colmar Akzente setzt. Und ein Museum, welches heute viertausend Quadratmeter Ausstellungsfläche besitzt.

Die Treppe zur Passage

Die Verdopplung der Ausstellungsfläche war dringend nötig, denn grosse Teile der Sammlung des Musée Unterlinden konnten bislang aus Platzmangel nicht gezeigt werden.

Und so kommt neben dem berühmten Isenheimer Altar die eigentliche Überraschung – das Museum zeigt heute einen unglaublich reichen Bestand an Werken der Moderne: Monet, Bonnard, Léger, Picasso, Robert Delaunay, Chaim Soutine, Joseph Cornell, aber auch Willi Baumeister und Otto Dix sind hier vertreten.

Und der Isenheimer Altar? Klar, dieser steht an erster Stelle, er hat seinen Platz in der ehemaligen Klosterkapelle gefunden.

Matthias Grünewalds Isenheimer Altar, ein Werk, das mit Ikonen der Kunstgeschichte wie Jan van Eycks Genter Altar oder dem Mailänder Abendmahl von Leonardo da Vinci verglichen wird.

Seit 1853 beherbergt das Museum den Flügelaltar. Ursprünglich war das zwischen 1512 und 1516 entstandene Wunderwerk für die Antoniterkirche im Dörfchen Isenheim bei Colmar geschaffen worden. Die Mönche des dortigen Klosters führten Kranke vor den Altar, um ihnen zu zeigen, dass Jesu‘ Leid grösser war als ihr eigenes, aber auch, um den ebenso dargestellten heiligen Antonius anzurufen.

Wer sich hinter Matthias Grünewald (vermutlich 1480 – 1528) verbirgt, ist unklar. Irgendwie tauchte dieser Grünewald – es könnte sein, dass er ein Schüler Albrecht Dürers gewesen ist – ab 1500 auf. Sein Werk blieb in der Quantität eher bescheiden. Heute sind von ihm fünf, eventuell auch sechs Altäre erhalten. Vielleicht noch ein paar Andachtsbilder und Zeichnungen. Und doch gehört der von ihm gemalte Isenheimer Altar zu den bedeutendsten Meisterwerke der deutschen Tafelmalerei. 

Nun komme ich zu den Werken der Moderne. Pablo Picasso – für mich immer wieder faszinierend. Überraschend war für mich, dass der weltbekannte, überdimensionale Teppich «Guernica» von Jacqueline de la Baume-Dürrbach, entworfen und von Picasso in Auftrag gegeben, hier in der Ausstellung bei besten Lichtverhältnissen hängt. Eine weitere Version dieser Tapisserie hängt übrigens im Vorraum zum Sitzungssaal des UN-Sicherheitsrats. Ein schönes Werk von Picasso ist der „Männerkopf mit Strohhut“ (Tête d’homme au chapeau de paille) von 1971, welcher im Musée Unterlinden im Original gezeigt wird.

Tête d’homme au chapeau de paille, Pablo Picasso 1971, Musée d’Unterlinden

Das Bildnis einer Frau wurde von Hans Holbein d.Ä. (in Isenheim 1524 gestorben) gemalt, ein faszinierendes Bild heute noch.

Bildnis einer Frau, Hans Holbein d.Ä.

Eine erfreuliche Begegnung  war „Das Tal der Creuse bei untergehender Sonne“ von Claude Monet. Dieser Grossmeister finde ich sehr interessant, da er unglaublich mit dem Licht und seinen Wirkungen umgehen konnte. In diesem Bild konzentrierte sich Monet auf den Boden und das Wasser.

„Das Tal der Creuse bei untergehender Sonne“ 1899

Zum Schluss ein eher unbekanntes Bild. Es zeigt das frühere Dominikanerinnenkloster Unterlinden in Colmar, welches heute das Museum ist.

 

Quelle: Musée Unterlinden, Informationen innerhalb der Ausstellung

Musée Unterlinden
Place Unterlinden
F-68000 Colmar

http://www.musee-unterlinden.com

Vom 17. Februar bis 14. Mai 2018 stellt das Unterlinden Museum in Colmar eine Retrospektive vor, die dem elsässischen Fotografen Adolphe Braun (1812-1877) gewidmet ist. Braun war einer der einflussreichsten französischen Fotografen des 19. Jahrhunderts. 

Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell. Ich bin ein fotografischer Geschichtenerzähler, erzähle was ich auf einer Reise so aufgeschnappt habe. Dieser Post ist in Ergänzung zu meinen Bildern als Small Talk, Gedankenaustausch und Plauderei zu verstehen, hat daher weder den Anspruch vollständig, noch komplett aktuell zu sein. Alle Informationen sind ohne Gewährleistung auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Um sich in ein solches Thema zu vertiefen, empfehle ich unbedingt weitere Quellen zu überprüfen.

Verfasst von

Michael’s Beers & Beans – Stories and Photos posted by Michael Schneider – ideas brewed with water of the Rhine. (Blogging for Fun / Non-Commercial) Zurich & Lake Constance

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