Flaschenpost vom Seerhein (April)

Liebe FollowerInnen,
liebe Leserinnen und Leser meines Blogs

Eine Jahrhundertblüte werde es sein hier am Bodensee. Hatten Experten vorhergesagt, nachdem im vergangenen Jahr später Frost einen Grossteil der Obst-Blüten zerstört hatte. Sie scheinen recht zu bekommen. Der „Sommer im Frühling“ hat die Natur buchstäblich explodieren lassen. Die Blüte von Birne, Kirsche und Apfel entwickeln sich bereits prächtig. Schaut man im Moment auf die Grosswetterlage sind zum Glück keine Frostnächte im Anmarsch, dies wird die Obst- und Weinbauern in der Region freuen.

Der Frühling ist für mich die perfekte Jahreszeit um bei milden Temperaturen die blühende Natur rund um den Bodensee zu Fuss auf den unzähligen Wanderwegen zu erkunden. Das Blütenspektaktel am Bodensee ist bereits im vollen Gange. Schön ist zu dieser Jahreszeit ein Abstecher ins Städtchen Meersburg, welches Dank seiner Südhanglage besonders von der Sonne profitiert. Die ersten Triebe zeigen sich dort bereits in den Weinbergen. Tische und Stühle der Cafés und Weinstuben sind bereits ins  Freie gerückt. An der Seepromenade kommt Ferienfeeling auf. Bei einem Frühlingsbesuch in Meersburg gehe ich gerne auf die Terrasse des Neuen Schlosses und geniesse diesen wunderschönen Ausblick auf den See und die schneebedeckten Alpen im Hintergrund.

So kann Frühling sein!

In meiner Flaschenpost habe ich einiges einpacken können – viel Spass beim Rückblick auf den überraschend, schönen Frühlingsmonat April.

Euer Michael

Living on the Waterfront – meine Fotos des Monats April

Beachlife

Das Leben an den Stränden und den Badeplätzen ist bereits erwacht. Nur für ein Bad im See braucht es noch etwas Überwindung. Auch wenn die Lufttemperaturen zeitweise über 25 Grad waren, der See hat im Moment noch eine Wassertemperatur zwischen 11 und 14 Grad.

Osterglocken

Osterglocken sind für mich die Frühlingsboten schlechthin, denn kaum eine andere Blume begrüsst den Frühling mit so einer leuchtend schönen Farbe. Die Narzissen waren im April überall zu sehen. Auch auf Fensterbänken, Treppenaufgängen und Terrassen begrüsste die Osterglocke als Topfpflanze oder Schnittblume den Frühling.

Sunrise

Noch kommt die Sonne etwas später hinter dem Horizont hervor, so dass ich für diesen Sonnenaufgang nicht allzu früh aufstehen musste. Immer wieder ein schöner, entspannter Moment, den ich gerne mit der Kamera ein fange. Das Licht am Horizont, warten bis der Tag anbricht, einfach diesen kurzen Moment geniessen.

Haubentaucher

Auf dem Seerhein ist der charaktervolle Haubentaucher der auffälligste und bekannteste Schilfbewohner. Im Frühling geht es bei den Haubentaucher hoch her. Das Liebeswerben ist ein faszinierendes Schauspiel.

Wenn die beiden Partner beim Kopfschütteln abwechslungsweise einen Knicks machen, nimmt der Zwischenraum der Hälse die Form eines Herzens an. Dies konnte ich schon öfter beobachten, aber nicht mit der Kamera einfangen. Die Balz erreicht ihren Höhepunkt, wenn die Partner abtauchen, dann Brust an Brust emporschiessen und sich gegenseitig Pflanzenteile präsentieren, die für den Nestbau geeignet sind.

Season Opening

Die ersten Hotels und Restaurants am See haben im April bereits geöffnet und läuteten so bereits die kommende Sommersaison ein.

Schwäne sind manchmal ungeschickt

Ein Wildhüter am Obersee weigerte sich im letzten Frühling ein Nest, welches ein Schwanenpaar zu Nahe an die Wasserlinie gebaut hatte, zu verschieben. Als „blöd“ bezeichnete er die Schwäne für ihr Brutverhalten. Dafür wurde der Wildhüter mit bösen „Beschimpfungen“ abgestraft. Dies wiederum wurde dann in der Schweizer Boulevard-Presse zu einer richtigen Story aufgebauscht, die Schwäne vom Obersee tauchten überall in den Headlines auf. Nun erregt das gleiche Schwanenpaar erneut die Gemüter, denn Schwäne suchen sich jedes Jahr den gleichen Brutplatz aus. Und so brüten die Schwäne wieder am gleichen Platz gefährlich nahe an der Wasserlinie.

Ein ähnliches Bild hier am Untersee, allerdings unbemerkt von der Presse. Seit einigen Tagen brütet ein Schwanenpaar gefährlich nahe am Seeufer, direkt auf der Rampe wo die Boote geslippt werden. Einerseits steht das Nest nun im Weg, andererseits steigt das Wasser, könnte der Nachwuchs weggespült werden. Ungeschickter geht es eigentlich nicht mehr.

Das Nest (oder das Ei) nun wegzutragen scheint bei den Schwänen gar nicht gut anzukommen, die Tiere akzeptieren das Nest danach nicht mehr. Als Mensch in die Natur einzugreifen ist grundsätzlich keine gute Idee, auch nicht wenn ein Schwan einfach zu bl…. ist. Oder?

Der Schwan und sein Ei

Pegelstand Seerhein: Hat der Seerhein wenig Wasser?

Das Bild unten zeigt einen Hafenpoller für die Kurs-Schiffe. Hier sind drei übereinander, je nach Wasserstand wird dann einer davon benutzt.

Ein Passant meinte zu mir er habe den Eindruck, dass der Seerhein wenig Wasser hat. Sein Eindruck trügt. Denn aktuell liegt der Wasserstand am Seerhein (Pegel Konstanz) bei ca. 355 cm. Der Wasserstand hat im April sogar kontinuierlich zugenommen, der Pegel ist somit für den Frühling im durchschnittlichen Bereich.

Der Anstieg ist normal für den Frühling. Ein Grund ist die Schneeschmelze. In den Bergen hat es aufgrund des schneereichen Winters nach wie vor viel Schnee. In den Alpen liegt oberhalb von 2000 Metern noch immer deutlich mehr Schnee als im Durchschnitt der vergangenen 20 Jahre. Aufgrund der warmen Frühlingstage der vergangenen zwei Wochen beginnt die Schneedecke in höheren Lagen nun abzuschmelzen und lässt dadurch die Pegel am Obersee, Seerhein und Untersee ansteigen.

Das Risiko eines Hochwassers scheint dagegen gering. Die Böden sind zurzeit sehr trocken und würden die ersten Niederschläge speichern, so dass diese gar nicht über die Bäche und Flüsse in den See gelangen würden.

Salat, Spargel & Co. 

Die Gemüsebauern profitieren wohl vom schönen Frühling – der erste Freiland-Salat war vor einigen Tagen fast schon reif für die Ernte. Der Spargel hatte dagegen etwas Rückstand, denn wetterbedingt startete die Spargelzeit hierzulande zwei Wochen später als im Vorjahr. Grund dafür sind die tiefen Temperaturen bis weit in den März hinein. Das Wachstum der Stangen beginnt erst ab 10 Grad. Allerdings geht jetzt alles sehr schnell: bereits ab 13 Grad wachsen Spargeln 2-3 Zentimeter pro Tag, bei 17 Grad sogar 5 Zentimeter täglich. Und nicht zu vergessen – für mich ein Frühlings-Highlight – der Rhabarber ist endlich reif und ich kann diesen in der Küche frisch verarbeiten.

Weisser Strand

Ein herrlicher, weisser Kieselstrand, blaues seichtes Wasser. Die Strände am Bodensee haben viele Gesichter und sind alle auf ihre Weise einzigartig.

Frühling in der Stadt

Die Sonne geniessen, einfach am See spazieren gehen, mittags draussen sitzen oder liegen. Die Leute, die in Konstanz wohnen freuen sich über die sonnigeren Zeiten, die Lebensfreude die der Frühling mit sich bringt ist in der Stadt überall zu spüren.

Riegelhäuser (Die Balken des Bodensees)

Historische Fachwerkhäuser prägen immer das Bild vieler Dörfer hier am See.

Frühling

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick;
Im Tale grünet Hoffnungsglück

(Johann Wolfgang von Goethe)

Frühere Flaschenpost vom Seerhein der letzten Monate findest Du hier: Flaschenpost vom Seerhein

Folgende Posts sind im April über den Seerhein und die Bodenseeregion entstanden:

Alle Posts über den Bodensee – vom Obersee über den Seerhein bis zum Unterseee – findest Du hier.

Verfasst von

Michael’s Beers & Beans – Stories and Photos posted by Michael Schneider – ideas brewed with water of the Rhine. (Blogging for Fun / Non-Commercial) Zurich & Lake Constance

7 Kommentare zu „Flaschenpost vom Seerhein (April)

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