Happy Birthday, Switzerland

Der 1. August ist für die Schweiz was für Frankreich das „fête nationale“ oder „14 juillet“ ist. Während in Frankreich pompös mit Paraden auf der Champs Elysee gefeiert wird, ist hier am 1. August einfach überall Swissness – in den Städten und Dörfern, in den Tälern und Bergen. Die Schweiz feiert die grösste Party des Jahres. 

Mit diesem Post, warum und wie wir unseren Nationalfeiertag am 1. August feiern,  wünsche ich allen meinen Leser aus der Schweiz einen frohen 1. August, allen anderen einfach einen wunderschönen Tag!

Obwohl die Eidgenossenschaft vor mehr als 700 Jahren gegründet wurde, gibt es den Schweizerischen Nationalfeiertag erst seit etwa einem Jahrhundert. Er erinnert an ein Ereignis im Jahre 1291, als die drei Gründer-Staaten Uri, Schwyz und Unterwalden auf der berühmten Rütliwiese einen Eid ablegten.

Heute weht überall die Schweizer Fahne …

Aber es überrascht immer noch, dass es dann bis 1993 dauerte, bis sich die Schweizer in einer Volksabstimmung darauf einigten, dass der 1. August ein Bundesfeiertag wird – und wir alle frei haben!

So können wir also eine richtig gute Party feiern! Damit dies gelingt, sind bereits seit Anfang Juli die Ladenregale in den Einkaufszentren schweizerisch rot-weiss und überall findet man Produkte mit Schweizerkreuze, auch dort wo man sie am wenigsten erwartet. Zum Beispiel auf gekochten Eiern oder Unterwäsche! In den Bäckereien werden die 1. August-Weggen gebacken und darauf muss ein Schweizer Fähnli stecken!

Richtig eingedeckt können wir heute unseren Nationalfeiertag unbeschwert feiern. So ein richtiger Nationalfeiertag  könnte auf einem Bauernhof mit einem zünftigen Brunch beginnen. Einige würden danach nach Deutschland (also zu den Schwaben, die haben am 1. August ja nichts zu feiern) fahren. Erstens haben die Läden dort nicht geschlossen, zweitens kann man sich dort mit günstigen Bratwürsten und Bier für die Grillparty eindecken. Darauf freuen sich die Grenzstädte wie Waldshut oder Konstanz schon das ganze Jahr, denn am 1. August ist „Swiss Invasion of the year“ und die Kassen klingeln.

Nach dem die (deutschen) Bratwürste verzehrt worden sind, wäre der grosse Festakt mit dem 1. August-Funken (so ein Art grosses Lagerfeuer) angesagt. Wir folgen der Dorf- oder Stadtprozession – die Kinder halten Lampions und die Erwachsenen winken mit Schweizer Fähnli – und gelangen so zum Feuer. Dort lauschen wir den Reden von (mehr oder weniger) berühmten Politikern, die uns über den bilateralen Weg, über den Cervelat, über Quersubventionen, den Service Public, das Rütli aufklären. Oder uns auf aktuelle Abstimmungen wie über die Velo- und Fair-Food Initiative sowie über die Ernährungssouveränität einstimmen.

Das Schweizer Kreuz (Bild 123rf.com)

Anschliessend singen wir gemeinsam die Nationalhymne, von der wir alle den Text immer noch nicht auswendig können. Zum Glück ist dieser auf einer Serviette, auf einem T-Shirt der freiwilligen Helfer oder sonst irgendwo aufgedruckt. Und findet man den Text nicht, dann macht dies nichts – die Fussballer unserer Nationalmannschaft (die nicht Weltmeister geworden sind) können es auch nicht so richtig oder zeigen es nicht so offen, dass sie es eigentlich könnten. Also so wie wir alle – mehr oder weniger.

Hier der Text und denke daran, je nach Landesteil die Sprache zu wechseln …

Schweizer Landeshymne – Schweizerpsalm
(je eine der vier Strophen in Deutsch, Rätromanisch, Französisch und Italienisch)

Trittst im Morgenrot daher,
Seh’ich dich im Strahlenmeer,
Dich, du Hocherhabener, Herrlicher!
Wenn der Alpenfirn sich rötet,
Betet, freie Schweizer, betet!
Eure fromme Seele ahnt
Eure fromme Seele ahnt
Gott im hehren Vaterland,
Gott, den Herrn, im hehren Vaterland.

Er la saira en splendur da las stailas en l’azur
tai chattain nus, creatur, Tutpussent!
Cur ch’il firmament sclerescha en noss cors
fidanza crescha.
Mia olma senta ferm,
Mia olma senta ferm Dieu en tschiel,
il bab etern, Dieu en tschiel, il bab etern

Lorsque dans la sombre nuit
La foudre éclate avec bruit,
Notre coeur pressent encore le Dieu fort;
Dans l’orage et la détresse
Il est notre forteresse;
Offrons-lui des coeurs pieux:
Offrons-lui des coeurs pieux:
Dieu nous bénira des cieux,
Dieu nous bénira du haut des cieux.

Quando rugge e strepita impetuoso il nembo
m’è ostel tuo grembo o Signor!
In te fido Onnipossente
deh, proteggi nostra gente;
Libertà, concordia, amor,
Libertà, concordia, amor,
all’Elvezia serba ognor,
all’Elvezia serba ognor.

Aber wer muss auch 16 Strophen, d.h. je 4 Strophen in vier Landessprachen, auswendig lernen! Nachfolgend darf bei den Zürcher Sängerknaben in die Nationalhymne reingehört werden. Die schaffen hier den Text der ersten Strophe fehlerfrei!

Der Festakt wird mit einem (meist) riesigen Feuerwerk beendet! In den Bergen werden die Höhenfeuer angezündet. Eigentlich, aber dieses Jahr nicht! In grossen Teilen des Landes wurde aufgrund der anhaltenden Trockenheit ein „absolutes Feuerverbot im Wald, Waldesnähe und im Freien“ von den Behörden ausgesprochen.

Die Schweiz feiert Party – auch ohne Schall und Rauch. Happy Birthday, Switzerland.

Kein Feuerwerk dieses Jahr am Seerhein – absolutes Feuerverbot!

Und was fehlt noch in meinem Post? Klar das Matterhorn – Voilà!

Mehr zum 1. August findest Du im Post Happy Birthday Switzerland, Wilhelm Tell und deutsche Bratwürste

Verfasst von

Michael’s Beers & Beans – Stories and Photos posted by Michael Schneider – ideas brewed with water of the Rhine. (Blogging for Fun / Non-Commercial) Zurich & Lake Constance

2 Kommentare zu „Happy Birthday, Switzerland

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